Wirtschaft : China stoppt Transrapid Strahlenrisiko und Kosten beunruhigen Regierung

Schanghai - China hat die geplante Verlängerung der Transrapid-Trasse in Schanghai vorerst gestoppt. Der Ausbau der Magnetschnellbahn, der dieses Jahr beginnen sollte, sei verschoben worden, meldete die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua am Samstag unter Berufung auf chinesische Regierungsmitarbeiter. Es werde befürchtet, dass die deutsche Technik die Anwohner der Strecke mit elektromagnetischer Strahlung belasten könne. Dem Bundesverkehrsministerium lagen nach eigenen Angaben keine Informationen dazu vor.

Das Vorhaben sei in Absprache mit der Stadtverwaltung ausgesetzt worden, sagte ein Sprecher des Bezirks Minhang in Schanghai. Begründet wurde dies mit Sorgen der Bevölkerung vor gesundheitlichen Auswirkungen. Viele Anwohner seien wegen möglicher Strahlenrisiken verängstigt. „Ich hatte Angst, dass die Strahlung meinem Baby schaden könnte“, zitiert die Agentur Xinhua einen Anwohner.

Die Regierung ist auch wegen der explodierenden Kosten beunruhigt, wie die Agentur meldete – bislang liege das Vorhaben schon mit umgerechnet rund 485 Millionen Euro über dem veranschlagten Budget. Ursprünglich sollte die Strecke 3,3 Milliarden Euro kosten. Dem Bundesverkehrsministerium lägen derzeit keinerlei Informationen dazu vor, sagte eine Ministeriumssprecherin.

Die geplante Transrapid-Ausbaustrecke sollte die ostchinesischen Städte Schanghai und Hangzhou verbinden, die rund 170 Kilometer auseinanderliegen. Sie sollte im Jahr 2010 – rechtzeitig zur Weltausstellung in Schanghai – in Betrieb genommen werden, wenn rund siebzig Millionen Besucher in der Stadt erwartet werden.

Bislang verbindet die weltweit einzige kommerziell genutzte Transrapid-Strecke Schanghai mit dem rund 30 Kilometer entfernten Flughafen Pudong. Die Fahrzeit dauert knapp acht Minuten. Die Bahn hat eine Betriebsgeschwindigkeit von 430 Kilometern in der Stunde. Dem deutschen Transrapid-Konsortium gehören Siemens, Thyssen-Krupp und Transrapid International an. Vertreter des Konsortiums hatten vor kurzem eine Gefährdung durch Strahlung ausgeschlossen. In Deutschland wird derzeit über eine Verbindung der Münchener Innenstadt mit dem dortigen Flughafen diskutiert. AFP

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