China : Weltbank fordert Reformen

28.02.2012 08:42 Uhrvon
Weltbankpräsident Robert Zoellick. Foto: dpa
Weltbankpräsident Robert Zoellick. - Foto: dpa

Der Präsident der Weltbank, Robert Zoellick hat die neue Studie "China 2030" vorgelegt. Darin fordert die Weltbank vor allem eines von China: Reformen. Ansonsten könne sich das Wirtschaftswachstums des Landes bald halbieren.

Einen besseren Zeitpunkt hätte Robert Zoellick für seine Nachricht nicht wählen können. Kurz vor dem Beginn des Nationalen Volkskongresses am 5. März hat der Präsident der Weltbank am Montag in Peking die Studie „China 2030“ vorgestellt. Darin legt Robert Zoellick der künftigen Führungsgeneration Chinas, die ab Herbst 2012 turnusgemäß Premierminister Wen Jiabao und Präsident Hu Jintao in ihren Positionen in der Kommunistischen Partei und in ihren Regierungsämtern beerben wird, vor allem eine Aufgabe ans Herz: Reformen, Reformen, Reformen.

„Reformen sind zwingend notwendig, denn China hat einen Wendepunkt in seiner Entwicklung erreicht“, sagte der scheidende Weltbankpräsident Robert Zoellick in Peking.

„Das gegenwärtige Wachstumsmodell des Landes ist nicht nachhaltig.“ Zwar prognostiziert die Studie, die in Zusammenarbeit mit einem Think Tank der chinesischen Regierung entstanden ist, dass Chinas Wirtschaft bis zum Jahr 2030 die USA überholen und zur größten Wirtschaft der Welt wachsen wird. Andererseits würden die Wachstumsraten stetig sinken und in den Jahren 2026 bis 2030 mit fünf Prozent nur noch knapp die Hälfte des aktuellen Wertes betragen. Auch werde die Zahl der arbeitenden Bevölkerung ab 2015 zurückgehen und altern. „Hinzu kommt, dass das globale Umfeld auf absehbare Zeit unsicher und sprunghaft bleiben wird, wodurch die Notwendigkeit für Veränderung noch größere Bedeutung gewinnt“, sagte Zoellick.
Die Studie warnt China vor einer „mittleren Einkommensfalle“, in der Einnahmen und Produktivität stagnieren, sobald die Einkünfte ein bestimmtes Niveau erreicht haben. Weitreichende Reformen hingegen könnten China in ein „Land mit hohem Einkommen“ verwandeln.
Den größten Reformdruck sieht die Weltbank bei den mächtigen staatseigenen Betrieben, die rund 50 Prozent des industriellen Vermögens besitzen. Privatwirtschaftliche Firmen Chinas klagen schon länger über mangelnde Chancengleichheit im Wettbewerb mit diesen Staatsbetrieben. Die Studie empfiehlt, Monopole aufzubrechen und kleineren und mittleren Betrieben den Zugang zu Finanzierungen zu erleichtern. Ding Yifan, Wirtschaftsforscher des an der Studie beteiligten Entwicklungsforschungszentrums des chinesischen Staatsrates, hat die Staatsunternehmen als Reformblockierer ausgemacht.

    Ein Service von
    Angebote und Prospekte von kaufDA.de
Sie möchten sich beruflich verändern?
Dann sind Sie hier richtig! Recherchieren Sie in den Anzeigen der letzten sechs Tagesspiegel-Ausgaben und finden Sie Ihre neue Stelle.

eMobility-Spezial

Hintergründe und Analysen zum Thema eMobility.

Das eMobility-Spezial des Tagesspiegel.

Weitere Themen

Umfrage

Thilo Sarrazin hat wieder ein Buch geschrieben. Werden Sie es lesen?

Service

Immobilien

Eigenheimfinanzierung, Mietrecht, Immobilienmarkt und mehr.

Zur Immobilienseite des Tagesspiegel.
Wie geht es weiter mit dem Euro und der EU? Foto: Reuters

Zehn Jahre Euro. Alle Artikel zur Finanzeskalation im Krisenjahr 2011, wirtschafts- und finanzpolitische Themen in unserem Themenressort.

Euro-Krise

Umfrage

Laut einer Studie erhält ein Viertel aller Beschäftigten Niedriglöhne. Wird es Zeit für einen gesetzlichen Mindestlohn?

Biowetter, Deutschlandwetter und internationales Wetter, Niederschlagsmengen, Reisewetter und aktuelle Satellitenbilder. Behalten Sie das Wetter im Griff!

Tagesspiegel Wetterseite
Foto:

Berlin maximal ist da - das erste Magazin für alle Aktiven der Berliner Wirtschaft.

    www.berlin-maximal.de