Wirtschaft : China wieder in Schwung Hoffnungssignal für deutsche Exporteure

Peking - Aus China kommen gute Nachrichten für deutsche Exporteure. Die nach den USA zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt hat im dritten Quartal wieder an Schwung gewonnen. Die kommunistische Regierung dürfte damit ihr Wachstumsziel von 7,5 Prozent in diesem Jahr erreichen oder gar leicht übertreffen.

Das Bruttoinlandsprodukt legte zwischen Juli und September im Vergleich zum Vorjahr um 7,8 Prozent zu, teilte das Statistikamt am Freitag mit. In acht der vergangenen zehn Quartale war es dagegen bergab gegangen, wobei China stets Wachstumslokomotive der Weltwirtschaft geblieben ist. Die Daten entsprachen den Erwartungen von Experten. Im Vorquartal hatte es nur zu einem Plus von 7,5 Prozent gereicht. Auslands- und Binnennachfrage nahmen zu. In den ersten neun Monaten legte die Wirtschaft damit um 7,7 Prozent zu.

„Die Zeit ist noch nicht reif für China-Pessimisten“, sagte der Chefvolkswirt der VP Bank, Thomas Gitzel. „Einerseits wirken die staatlichen Stimulierungsmaßnahmen. Andererseits gewinnt die Weltwirtschaft derzeit neuen Schwung.“ Von der Belebung könnte auch die deutsche Wirtschaft profitieren, die im ersten Halbjahr Waren im Wert gut 32 Milliarden Euro in die Volksrepublik exportierte.

Allerdings gibt es auch Risiken für den Exportweltmeister China. Das Land ist größter Auslandsgläubiger und wichtiger Handelspartner der USA. Und dort hat der erst in letzter Minute gelöste Haushaltsstreit nach Schätzungen der Ratingagentur S & P 24 Milliarden Dollar gekostet. In Europa – dem wichtigsten Kunden der Volksrepublik – bleibt die Erholung wegen der anhaltenden Krise schwach ausgeprägt. Bereits im September waren die chinesischen Exporte überraschend um 0,3 Prozent geschrumpft, während Ökonomen ein Plus von sechs Prozent erwartet hatten. „Das Umfeld für unsere Wirtschaft ist innen wie außen komplex und unsicher“, sagte der Sprecher des Statistikamtes, Sheng Laiyun. rtr

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