Wirtschaft : China will den Yuan stärken

Handelsplattform soll Druck auf Dollar erhöhen.

Finn Mayer-Kuckuk (HB)

Peking - China will der Nutzung der eigenen Währung für den internationalen Handel einen neuen Schub geben. Die Regierung wolle in den kommenden ein oder zwei Jahren eine entsprechende Plattform für die Zahlungsabwicklung aufbauen, sagte Li Bo, Chef der Abteilung für Geldpolitik bei der chinesischen Zentralbank, gegenüber der Zeitung „China Daily“. „Das neue System wird die Konvertierbarkeit der Währung stärken und die Nutzung des Yuan als Handelswährung erhöhen“, sagte Li.

Die chinesische Währung, der Yuan, ist zwar nicht an den Devisenmärkten handelbar, entwickelt sich aber dennoch zu einer Alternative zum Dollar im internationalen Handel. Hintergrund ist der Aufstieg Chinas zum Exportweltmeister und zur zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt. Für zahlreiche Schwellenländer ist das Land bereits der wichtigste Handelspartner. Wer seine Geschäfte direkt in Yuan macht, vermeidet dabei den Umweg über den Dollar, dessen Fluktuationen seit der Finanzkrise die Preise verzerrt haben. Außerdem hat China den Anspruch, zu einer wirtschaftlichen Führungsmacht zu werden. Peking fördert daher die Nutzung von Yuan beispielsweise durch die Bereitstellung von Exportkrediten in der eigenen Währung.

Was fehlte, war eine eigene Plattform für die Abwicklung der Zahlungen, wie sie für Dollar oder Euro seit Jahrzehnten existiert. Bisher haben Auslandsfilialen der Großbank Bank of China die Zahlungsströme verwaltet. Das ist aber umständlicher und teurer als die Nutzung eines vollautomatisierten Abwicklungssystems. Zudem bietet die Bank ihre Dienste nicht rund um die Uhr an, sondern nur zu den jeweiligen Schalterstunden – im schnellen globalen Handel ein entscheidender Nachteil.

Die Probleme werden nun akut, weil die Nutzung von Yuan immer beliebter wird. „Der internationale Markt für Yuan erreicht eine reifere Entwicklungsphase“, schreiben Analysten von Goldman Sachs. „Wir erwarten einen weiteren Nachfrageanstieg nach Yuan für Investitionen und Handel.“ Finn Mayer-Kuckuk (HB)

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