Wirtschaft : Chinas Investoren stehen ante portas

Auf Europa kommt eine Übernahmewelle zu

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Vancouver Chinas Firmeneinkäufer kommen. Zahlreiche Konzerne in China rüsten – unterstützt von der Regierung – für ihre weltweite Expansion, die ihnen Märkte, Marken und Know How auf dem Alten Kontinent erschließen soll. „Auf Europa schwappt eine Fusionswelle zu“, bestätigt in Hongkong der regionale Stratege bei Citigroup Smith Barney, Markus Rösgen. Zuhause haben die Chinesen einen schwachen Konsum, „während sie bei Engagements auf Auslandsmärkten wachsende Handelsbarrieren umgehen können", sagt Rösgen.

Schon 2004 haben chinesische Firmen auf sich aufmerksam gemacht, wie bei der spektakulären Übernahme des PC- und Notebook-Geschäfts von IBM im Dezember durch Chinas Computerprimus Lenovo. „Das ist erst der Anfang“, sagt der Präsident von Global Advisors in Kalifornien, Donald Straszheim.Was Straszheim nicht sagt, was aber an Asiens Börsen als Gewissheit gilt, ist der Zusammenhang zwischen dem Wechselkurs von Chinas Renminbi und dem Übernahmehunger. Sollte Chinas Regierung 2005 den Renminbi aufwerten, würde das die Kaufkraft chinesischer Firmen in Europa und den USA schlagartig erhöhen. Auch der Chefstratege bei Credit Suisse Asset Management, Philipp Vorndran, sagt: „China greift bald in Europa zu.“

Wohin es die Chinesen in Deutschland treiben wird, sagt in seiner neuesten Studie das Investmenthaus Alliance-Bernstein. „Chinas Wachstum kreiert eine Reihe neuer Wettbewerber in globalen Industrien“, heißt es dort, „aufsteigende chinesische Firmen werden etablierte Märkte rund um den Globus durcheinander wirbeln“. Die größten Überraschungen sagt Alliance-Bernstein mit einem zeitlichen Horizont von sieben Jahren für westliche Firmen bei langlebigen Konsumgütern, Kommunikationsausrüstern, IT-Produkten und Autos sowie Autolieferanten vorher.

In Peking kursieren seit Monaten Gerüchte, wonach Lenovo nach seinem IBM-Deal auch in Deutschland mit einem regionalen Hauptquartier in Berlin Fuß fassen will. Und sollte sich dem Münchener Siemens-Konzern von seiner schwierigen Handy- Sparte trennen, so berichten chinesische Brancheninsider, dann würden Interessenten aus dem Reich der Mitte nicht lange zögern. Namen werden freilich noch nicht genannt.mg/HB

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