Wirtschaft : Chinesen greifen nach Celesio Shanghai Pharmaceutical plant Sprung nach Europa

Düsseldorf / Peking - Für viele Investmentbanker war es nur eine Frage der Zeit. Seit langem schon erwarten sie einen chinesischen Milliardenzukauf in der deutschen Wirtschaft. Jetzt könnte ein solcher Megadeal erstmals Realität werden: Der chinesische Pharmakonzern Shanghai Pharmaceutical will sich an dem Stuttgarter Pharmahändler Celesio beteiligen. Mehrheitsaktionär des M- Dax-Konzerns ist mit einem Anteil von 54,6 Prozent der Duisburger Familienkonzern Haniel.

Wie Finanzkreise berichten, zeigen die Chinesen Interesse an Celesio, zu dem neben dem Pharmagroßhändler Gehe auch der Versand- und Apothekenhändler Doc-Morris gehört. Celesio erwirtschaftete 2009 mit 46 000 Mitarbeitern in 26 Ländern einem Umsatz von 21,5 Milliarden Euro – und ist damit fast sechsmal so groß wie Shanghai Pharmaceutical. Erste Kontakte seien über die Haniel-Repräsentanz in China aufgebaut worden, erfuhr das „Handelsblatt“.

Inzwischen seien die unterschiedlichsten Spielarten zwischen Haniel und dem chinesischen Kaufinteressenten durchgesprochen worden. Eine vertiefte Kooperation von Celesio mit Shanghai Pharmaceutical sei ebenso ein mögliches Szenario wie eine Teilfusion beider Unternehmen, heißt es aus Verhandlungskreisen. Derzeit sei der Kauf eines großen Aktienpakets die wahrscheinlichste Lösung.

Während Sprecher von Haniel und Celesio auf Anfrage sagten, von solchen Verhandlungen sei ihnen nichts bekannt, bestätigten Mitglieder der Gesellschafterfamilie die Gespräche. Dort heißt es allerdings auch, dass der Deal noch platzen könne. Bislang lägen die Preisvorstellungen der Chinesen weit unter denen von Haniel. Der Börsenwert aller 17,1 Millionen Celesio-Aktien beträgt rund 3,3 Milliarden, der des Haniel-Pakets allein 1,8 Milliarden Euro. Shanghai Pharmaceutical würde mit Celesio Zugang zu wichtigen Märkten in Europa bekommen. HB

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