Chinesen kaufen deutsche Firmen : Naive Begrüßungskultur

Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel muss einen Ausverkauf von deutschem Know-how an China verhindern. Ein Kommentar.

Kevin P. Hoffmann
Ortstermin: Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) auf Besuch in Hongkong. Der deutsche Wirtschaftsminister war im November mit einer großen Wirtschaftsdelegation zu Besuch in China.
Ortstermin: Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) auf Besuch in Hongkong. Der deutsche Wirtschaftsminister war im...Foto: dpa

Chinas Firmen haben in diesem Jahr bereits 22-mal so viel Geld in deutsche Firmen investiert wie im Gesamtjahr 2015. Da wirkt es drollig, dass Vertretern der Bundesregierung und heimischer Industrieverbände kaum mehr einfällt als zu betonen, dass Deutschland offen bleiben muss für ausländisches Geld. Die Bemerkung würde passen in einer Welt, in der sich alle an gleiche Spielregeln halten. Stimmt: Deutschland als Exportnation ist angewiesen auf den Austausch von Waren, Kapital – und Know-how. Aber vor dem Hintergrund, dass speziell die Chinesen sich schwer damit tun, ihren Riesenmarkt weiter für ausländische Firmen zu öffnen, kann man nur von einer naiven Begrüßungskultur sprechen. Wirtschaftsminister Gabriel hatte sich im Umfeld seiner Chinareise vor zwei Monaten noch mit den Gastgebern angelegt und Gesetzesänderungen zum Schutz deutscher Firmen in Aussicht gestellt. Jetzt klingen Sätze aus seinem Haus vorsichtiger. Schade. Viele Technologiefirmen haben über Jahre Forschungsfördergelder kassiert. Diese Investitionen der Steuerzahler werden oft vergessen – auch von den deutschen Eigentümern, die an einem Verkauf an China gut verdienen, die Zukunft des Standortes Deutschland aber ignorieren.

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