Wirtschaft : Chinesen wollen Afrikas Sonne ernten Netzbetreiber SGCC tritt Desertec-Initiative Dii bei

Berlin - Nach einigen Querelen und Rückschlägen in diesem Jahr gibt es bei der Wüstenstrom-Initiative Dii kurz vor Weihnachten doch noch einen Grund zum Feiern: Chinas staatlicher Stromnetzbetreiber State Grid Corporation of China (SGCC), der nach eigenen Angaben größte Energieversorger der Welt, ist am Donnerstag dem Gesellschafterkreis der Dii beigetreten, wie die Initiative in München mitteilte. Damit wächst der Kreis der Gesellschafter wieder auf 20 Unternehmen. Andere sind zum Beispiel Deutsche Bank, Eon, RWE und Munich Re (Deutschland), ABB (Schweiz), Red Eléctrica (Spanien), Unicredit (Italien) und First Solar (USA).

Die Dii arbeitet auf Basis des Desertec-Konzepts, bei dem es darum geht, große regenerative Stromerzeugungskapazitäten, etwa in Nordafrika, aufzubauen und einen Teil des Grünstroms nach Europa zu transportieren. Bis zum Jahr 2050 solle man die gigantische Summe von rund 400 Milliarden Euro investieren, hieß es bei der Dii-Gründung im Jahre 2009. Dass die SGCC sich beteiligt, wird seit Monaten spekuliert. Das Unternehmen aus Peking hatte sich zudem um den Betrieb des Berliner Stromnetzes beworben, war vor einigen Wochen aber aus dem Rennen ausgestiegen.

Zhong Yao Liang, stellvertretender Chef von SGCCs Forschungs- und Entwicklungstochter CEPRI, würdigte die Dii nun als „einzigartiges Netzwerk mit einer einzigartigen Reputation bei der Integration von erneuerbaren Energien aus Wüsten in Energieverbundsysteme.“ Sein Konzern wolle zum Ausbau von Stromleitungen, die Länder und Kontinente verbinden, beitragen. kph

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