Chinesen ziehen zurück : Marriott im Bieterkampf um Hotelkette Starwood aussichtsreich

Paukenschlag in der Bieterschlacht um die Hotelkette Starwood: Der chinesische Versicherer Anbang zieht zurück, damit ist der Weg für Marriott frei.

Marriott hat nun gute Chancen, in der Bieterschlacht um die Starwood-Hotelkette endgültig zu triumphieren. Hier die Marriott-Flagge am Eingang des New Yorker Marriott-Hotels in Manhattan.
Marriott hat nun gute Chancen, in der Bieterschlacht um die Starwood-Hotelkette endgültig zu triumphieren. Hier die...Foto: Andrew Kelly/Reuters

In der milliardenschweren Übernahmeschlacht um die US-Hotelkette Starwood steht Konkurrent Marriott vor dem Ziel. Die Gegenbieter um den chinesischen Versicherer Anbang zogen am Donnerstag überraschend ihre jüngste Offerte über rund 14 Milliarden Dollar zurück. Damit ist nun der Weg für Marriott frei, den Hotelbetreiber der Sheraton- und Westin-Häuser zu kaufen und zum weltweiten Marktführer mit insgesamt etwa 5700 Hotels aufzusteigen. Zuvor hatten sich beide Interessenten eine Bieterschlacht geliefert und ihre Angebote für Starwood stetig erhöht. Nun sollen die Aktionäre beider US-Firmen am 8. April über den Zusammenschluss abstimmen.

Aufgrund verschiedener Marktüberlegungen habe sich das Konsortium entschieden, die Offerte nicht weiterzuverfolgen, teilte Anbang mit. Weitere Details wurden nicht genannt, was für Spekulationen über die Beweggründe sorgte. Medienberichten zufolge hätte die chinesische Versicherungsaufsicht Einwände gegen die Übernahme haben können.

Eigentlich hatten Marriott und Starwood bereits im November eine Fusion vereinbart, die Mitte 2016 vollzogen werden sollte. Mitte März hatte jedoch die Bietergruppe, zu der neben Anbang auch die Beteiligungsfirmen JC Flowers und Primavera Capital gehören, mit einer höheren Kaufofferte dazwischengefunkt. Zuletzt hatte die Gruppe 82,75 Dollar in bar pro Starwood-Aktie geboten. Damit hätte die sich Offerte insgesamt auf rund 14 Milliarden Dollar (12,5 Mrd Euro) belaufen. Anbang hatte 2014 bereits das berühmte Waldorf-Astoria-Hotel in New York gekauft.

Im nachbörslichen Handel gab die Marriott-Aktie knapp fünf Prozent nach, das Starwood-Papier fiel um 4,4 Prozent. Zu Marriott gehören Hotelbetreiber wie Ritz-Carlton, Bvlgari, Renaissance, Fairfield und Courtyard. (rtr/dpa)

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