Chinesischer Automarkt : Mercedes überholt Audi

Stuttgarter Autobauer fährt mit neuen Modellen auf Platz zwei hinter BMW – in China geht es für alle deutlich langsamer voran.

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Der wichtige chinesische Markt wächst so wenig wie seit Jahren nicht mehr.
Der wichtige chinesische Markt wächst so wenig wie seit Jahren nicht mehr.Foto: Adrian Bradshaw/dpa

Mercedes hat in der Absatzstatistik Audi überholt und sich im ersten Halbjahr dicht hinter BMW auf Rang zwei platziert. Daimler-Chef Dieter Zetsche kommt seinem Ziel, spätestens 2020 größter Premiumhersteller zu sein, damit einen Schritt näher. Der Stuttgarter Hersteller, der bei der Rendite Audi und BMWnoch hinterherfährt, profitiert vom Erfolg seiner neuen Modelle, insbesondere der sportlichen Geländewagen (SUV) und der C-Klasse. Allein im Juni stieg der Absatz von Mercedes und Smart um mehr als 21 Prozent. Auch in den ersten sechs Monaten wuchs die Marke im zweistelligen Prozentbereich – während BMW und insbesondere Audi deutlich langsamer vorankamen (siehe Grafik). Dennoch läuft es auch für die Wettbewerber gut: Für beide war es das beste erste Halbjahr in der Geschichte.

Sorgenkind China

Mit wachsenden Sorgen blicken die deutschen Konzerne inzwischen nach China. Dort hat sich das Wachstum deutlich verlangsamt, der jüngste Absturz der Börsen hat auch den deutschen Autoaktien zugesetzt. „2015 war für uns bisher ein Jahr der Herausforderungen“, sagte Audi-Vertriebschef Luca de Meo am Freitag in Ingolstadt. „Vor allem in Asien und Osteuropa sind viele Märkte deutlich schwieriger geworden.“ Bei den Besserverdienenden in China sitzt das Geld nicht mehr so locker. Das bekommt vor allem Audi zu spüren: Die Ingolstädter haben dort im Juni 5,8 Prozent weniger Autos verkauft, nach einem Rückgang schon im Mai. Auch bei BMW gab der Absatz um 0,1 Prozent nach.

Foto: Tagesspiegel

Für die deutschen Oberklasse-Hersteller ist China der wichtigste Markt – allen voran für Audi. Aber im ersten Halbjahr erlahmte die Nachfrage. Mit 274 000 verkauften Autos behauptete Audi zwar klar die Position des Marktführers in China, aber der Zuwachs war mit knapp zwei Prozent schwach. BMW kam mit gut 230 000 verkauften Autos auf ein Plus von 2,5 Prozent. Mercedes dagegen holte auf und verkaufte 165 000 Autos – ein Plus von fast 22 Prozent.

Wenig Hoffnung auf Besserung

Die Aussichten sind indes verhalten. Die Vereinigung der chinesischen Autohersteller senkte ihre Vorhersage für den Absatz auf dem weltgrößten Fahrzeugmarkt in diesem Jahr von sieben auf nur noch drei Prozent.

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