Chiphersteller : AMD investiert 2,5 Milliarden Dollar in Dresden

Der US-Chiphersteller AMD investiert 2,5 Milliarden Dollar (1,96 Milliarden Euro) in den kommenden drei Jahren in den Ausbau seiner beiden Dresdner Chipfabriken. Das Unternehmen rechnet mit 15 Prozent mehr Mitarbeitern.

Dresden - Damit sollen die Kapazitäten zur Produktion von 300-Millimeter-Siliziumscheiben (Wafer) erweitert werden, sagte der Chef von AMD-Dresden, Hans Deppe, am Montag. Das Unternehmen beschäftigt derzeit knapp 3000 Menschen in Dresden.

Die Investitionen umfassen drei konkrete Projekte. Aus der 1999 in Betrieb genommenen FAB 30, in der noch 200-Millimeter-Wafer produziert werden, soll durch Umrüstung ein neues Halbleiterwerk mit der Bezeichnung FAB 38 entstehen. Bestandteil ist auch der Ausbau der im Herbst 2005 eröffneten FAB 36, in der bereits 300-Millimeter-Wafer produziert werden. Zudem entsteht ein neues Reinraumgebäude, für das am Montag bereits der Grundstein gelegt wurde. Hier sollen unter anderem elektronische Kontaktverbindungen und ihre Funktionsfähigkeit getestet werden.

Nach Angaben von Deppe fließt ein Großteil der Milliardensumme in die Geräteausrüstung für die FAB 38. Mit der vollen Ausbaustufe Ende 2008 sollen monatlich 45.000 Wafer der 300-Millimeter-Generation Dresden verlassen. Die Teams der bisherigen FAB 30 werden in die FAB 38 ziehen. Mit der nun angekündigten dritten Milliarden-Summe investiere das Unternehmen bis 2008 insgesamt 8 Milliarden Dollar (6,3 Milliarden Euro) in Dresden, sagte Deppe. Die Investition sei Ausdruck für das große Vertrauen des Vorstandes in den Standort. "Die AMD-Mitarbeiter werden nun bis weit in das nächste Jahrzehnt hinein an vorderster Front in der weltweiten Technologieentwicklung tätig sein."

AMD trug bislang in den neuen Ländern zur Schaffung von rund 7000 direkten und indirekten Arbeitsplätzen bei, hieß es. Damit sei der Chiphersteller einer der größten Investoren im Osten, sagte der Ostbeauftragte der Bundesregierung, Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD). AMD als Wachstumskern werde als Lokomotive die umliegenden Regionen mitziehen.

Zum Umfang der öffentlichen Förderung wurden keine Angaben gemacht. Er hoffe, dass es gelinge, weitere Investitionen in den Freistaat zu bringen, sagte Sachsens Ministerpräsident Georg Milbradt (CDU). Auch wenn sich in der Mikroelektronik eine selbstragende Entwicklung anbahne, müsse sich Europa in gewissem Maße engagieren. Ohne Subventionen werde man die Mikroelektronik nicht halten können. Mit der AMD-Investition in Dresden gewinne Sachsen weiter an internationalem Gewicht und erhalte mehr und mehr eine strategische Schlüsselfunktion unter den europäischen Mikroelektronikstandorten. (tso/dpa)

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