CHRONIK : Von der Vision zum Drama

15. Juli 2008


Schaeffler kündigt ein Übernahmeangebot an: 69,37 Euro pro Aktie – in bar

16. Juli
Conti-Chef Manfred Wennemer verspricht Gegenwehr. 14 Tage später legt Schaeffler ein offizielles Übernahmeangebot vor. Die Gruppe hat bereits Zugriff auf 28 Prozent des Conti-Anteils

21. August
Conti und Schaeffler einigen sich. Schaeffler erhöht das Angebot und beschränkt sein Engagement auf eine Minderheitsbeteiligung

8. Januar 2009
Schaeffler schließt die Übernahme mit der Auszahlung der Aktionäre ab und ist mit einem Anteil von 49,9 Prozent Conti-Großaktionär. Schaeffler bezahlt mit 75 Euro je Aktie mehr als doppelt so viel wie den aktuellen Kurswert. Für die Übernahme hatte der Konzern milliardenschwere Kredite ausgehandelt

20. Januar
Der Streit flammt neu auf. Schaeffler wirft Conti-Aufsichtsratschef Hubertus von Grünberg Sabotage vor und verlangt seinen sofortigen Rückzug

24. Januar
Grünberg tritt zurück, Nachfolger wird Schaeffler-Vertreter Rolf Koerfer. Schaeffler zieht mit vier Vertretern in das Kontrollgremium ein, darunter Maria-Elisabeth Schaeffler

9. und 10. Februar
In einem öffentlichen Hilferuf an den Staat hat die Familie Schaeffler sich bereit erklärt, auch selbst Opfer für die Rettung ihres Unternehmens zu bringen. Monate später werden Schaeffler und Conti erklären, ohne Staatshilfe auskommen zu wollen

18. Februar
Maria-Elisabeth Schaeffler bricht vor rund 8000 Arbeitern und Angestellten vor dem Werkstor in Tränen aus

23. und 24. Februar
Der angeschlagene Autozulieferer Schaeffler sucht den Schulterschluss zur IG Metall und verpflichtet sich zum Beispiel, mehr Mitbestimmung einzuführen. Hintergrund: eine Finanzlücke von sechs Milliarden Euro. Die Eigentümerfamilie ist bereit, bis zu drei Viertel ihrer Anteile zu verkaufen

7. April
Banken geben Schaeffler einen Überbrückungskredit von einer Milliarde Euro

20. Mai
Roland-Berger-Berater spielen ein „Reverse Take-over“ durch: Conti könnte demnach Schaeffler übernehmen

15. Juli
Schaeffler rechnet nun nicht mehr mit einer raschen Fusion mit Conti

21. Juli
Conti-Chef Karl-Thomas Neumann wirft der Schaeffler-Führung in einem Brief vor, sein Unternehmen zu lähmen. Conti braucht dringend Geld. Neuer Streit ist programmiert

30. Juli
Schaeffler versucht vor einer Aufsichtsratssitzung, eine Mehrheit gegen Neumann zu organisieren. Der Putschversuch scheitert vorerst

Tsp

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