Wirtschaft : Chronograph ganz oben

Berlins Nobel-Uhrenmanufaktur Askania begeht ihr 140-jähriges Bestehen

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Berlin - Hupend und stinkend zieht die Trabi-Safari am Pariser Platz vorbei. Sechs Etagen höher bemerkt man davon nichts: Im Turmpalais des Max-Liebermann-Hauses ist die Terrassentür geöffnet, harmonische Live-Musik übertönt den Straßenlärm. Der Blick auf das Brandenburger Tor ist fantastisch, die Drinks sind gut. Man stößt an auf das Jahr 1871 – die Geburtsstunde einer Institution: Nicht die Gründung des Deutschen Kaiserreichs im Spiegelsaal von Versailles wird gefeiert. Die Askania AG, Berlins einzige Uhrenmanufaktur, begeht ihr 140-jähriges Bestehen.

10 000 Uhren made in Berlin, sagt Leonhard Robert Müller, Vorstandsvorsitzender des Traditionsunternehmens nicht ohne Stolz, seien inzwischen weltweit im Umlauf. Müller hat prominente Gäste eingeladen, die „Fans und Freunde der Askania AG“, damit sie mit ihm die Gläser heben und ihre Uhren aufblitzen lassen können: Schauspielerin Susann Uplegger hat ihre vorsorglich nicht angezogen, damit sie Platz hat, für ein Foto die „Quadriga 2011“ anzulegen. Die alljährliche, limitierte Edition kommt diesmal in besonderer Luxusausführung, 750er Roségold daher. „Listenpreis 18 500 Euro“, sagt der freundliche Vertriebsmitarbeiter, der im Windschatten der Häppchen-Servierer die Uhr umherträgt. Die Schauspieler Leonard Lansink, Ercan Durmaz und Winfried Glatzeder sind aber zu sehr ins Gespräch vertieft, sie verpassen die Gelegenheit, zuzugreifen. Auch, dass ihnen der Gastgeber in seiner Rede für ihre Anwesenheit dankt, bekommt der Großteil der Prominenten leider nicht mit. So viel angenehmer ist die Luft auf der Terrasse als drinnen, wo Müller unterstützt von RBB–Moderator Ulli Zelle seinen Image-Film präsentiert. Immerhin: Armin Rohde winkt ab und zu kurz rein und hebt die Daumen als Müller sagt, er wolle mit seiner Uhrenfirma für Berlin gerne das sein, was Louis Vuitton für Paris ist. Klaus Wowereit würde das sicher auch nach Kräften unterstützen, ist aber leider trotz Ankündigung nicht gekommen. Maris Hubschmid

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