Chronologie : Die Fehlspekulationen bei WestLB und ihre Folgen

Fehlspekulationen auf eigene Rechnung und eigenes Risiko haben die WestLB in den vergangenen Monaten abermals in Turbulenzen gebracht. Eine Chronologie der Ereignisse.

Düsseldorf4. April 2007:

Die misslungenen Spekulationen werden durch einen Medienbericht bekannt, in dem die Verluste auf rund 100 Millionen Euro beziffert werden.

5. April 2007: Die WestLB bestätigt die Entlassung von zwei Mitarbeitern. Nach Angaben von Vorstandsmitglied Werner Taiber hat es Regelverstöße im Eigenhandel der Bank gegeben.

10. April 2007: Die WestLB hat gegen die beiden entlassenen Aktienhändler Strafanzeige gestellt. Vorstandschef Thomas Fischer kündigte eine vorbehaltslose Aufklärung des Sachverhalts an.

11. April 2007: Weitere Details werden bekannt. Die entlassenen Mitarbeiter sollen jahrelang die Schlusskurse der Vorzugsaktien von Metro, BMW und VW manipuliert haben. Dabei sollen sie auf ein Sinken der Kursdifferenz von Vorzügen und Stammaktien gesetzt haben.

13. April 2007: Bankchef Fischer stellt den Eigenhandel auf den Prüfstand. Aufgaben, Strukturen und Prozesse sollen überprüfen und wenn nötig angepasst werden. Die deutsche Finanzaufsicht Bafin kündigt eine Sonderprüfung bei der WestLB an.

17. April 2007: Die Düsseldorfer Staatsanwaltschaft ermittelt gegen beide ehemaligen Aktienhändler wegen des Verdachts der Untreue.

19. April 2007: Bei einer Anhörung im Finanzausschuss des NRW-Landtages werfen Oppositionspolitiker von SPD und Grünen Fischer vor, über das Ausmaß der Verluste keine Auskunft zu geben.

26. April 2007: Die WestLB löst wesentliche Positionen im Eigenhandel auf, darunter ein Aktienpaket von VW-Papieren.

8. Mai 2007:
Es wird bekannt, dass zwei Mitarbeiter für die Überwachung des Aktienhandels der Bank und des Risiko-Managements bereits vor zwei Wochen beurlaubt worden waren.

30. Juni: WestLB-Chef Fischer spricht von einem "Anschlag auf die Bank". Der größte Teil der Verluste von rund 240 Millionen Euro beruhe auf kriminellen Aktivitäten und verratenen Geschäftspositionen.

10. Juli: Vorstandsmitglied Robert Stein scheidet aus dem Vorstand aus. Dies habe aber nichts mit den Vorfällen im Eigenhandel zu tun, hieß es. Stein war bis Februar 2007 auch für den Bereich zuständig.

24. Juli: Eine kurzfristig anberaumte Sitzung des Aufsichtsrats wird bekannt. Nach übereinstimmenden Berichten stehen Bank-Chef Fischer und mehrere Vorstandsmitglieder auf der Kippe, nachdem die Bafin gravierende Managementfehler festgestellt habe. (mit dpa)

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