Wirtschaft : Ciba Spezialitäten-Chemie optimistisch

Management schlägt erste Dividende vor / Entlassung in die Freiheit sorgt für Dynamik LONDON / ZÜRICH (ef/HB).Die Ciba Spezialitätenchemie Holding AG, Basel, ist auch für 1998 optimistisch.Die Schweizer wollen schneller als der Markt wachsen.Verwaltungsratspräsident Rolf A.Meyer erklärte anläßlich der Bilanzpräsentation in London, daß er eine Steigerung des Gewinns vor Abschreibungen, Steuern und Zinsen (EBITDA) von 15,7 auf 16 Prozent bis 17 Prozent erwarte.Damit sei Ciba auf dem besten Wege, seine ehrgeizigen Ziele zu erreichen.Zwar belasten die Kosten der Akquisition der britischen Allied Colloids den Gewinn pro Aktie.1999 rechnet man aber mit positiven Effekten des Zukaufs.Ciba rechnet mit einer Fortsetzung der Konsolidierung in der Branche und will dabei eine aktive Rolle spielen.Um über die notwendige Flexibilität zu verfügen, soll die Hauptversammlung am 20.April 1998 auch der Schaffung eines genehmigten beziehungsweise bedingten Kapitals von 10 Mill.Aktien zustimmen.Das Geschäftsjahr 1997 war das erste nach der Verselbständigung der früheren Chemikaliendivision der Ciba-Geigy AG.Die Aktionäre des Pharmakonzerns Novartis AG konnten Ciba-Aktien eins zu eins gegen Zahlung des Nominalwertes der Titel von 10 Schweizer Franken beziehen.Seit März 1997 werden Ciba-Aktien an der Schweizer Börse gehandelt.Meyer gab den Ergebnissen des ersten Geschäftsjahres eine gute Note.So stieg der Konzernumsatz um 19 Prozent auf 7,88 Mrd.Franken (9,39 Mrd.DM).Ausschlaggebend für die starke Steigerung des Konzerngewinns vor außerordentlichen Restrukturierungsaufwendungen um 84 Prozent auf 571 Mill.Franken waren ein starkes Umsatzwachstum, stabile Margen, ein gutes Kostenmanagement sowie Produktions- und Prozeßverbesserungen.Nach Abzug des außerordentlichen Aufwandes verbleibt ein Konzerngewinn von 293 (Vorjahr: 516) Mill.Franken.Die auf 373 (1077) Mill.Franken rückläufigen Sonderaufwendungen stehen im Zusammenhang mit dem Spinn-off und umfaßten den Aufbau eines Logistiksystems, die Etablierung der Gesellschaft sowie den Abschluß der Restrukturierungen.Die EBITDA-Marge wurde von 13 Prozent auf 15,7 Prozent verbessert und übertraf die ursprüngliche Planung.Additive steigerten den Spartenumsatz um 14 Prozent auf 2,35 Mrd.Franken.Die EBITDA-Marge hielt mit 21,5 Prozent das hohe Vorjahresniveau fast.Der Umsatz der Konsumgüterzusätze stieg um 18 Prozent auf 1,17 Mrd.Franken und die Marge von 10,8 Prozent auf 13,7 Prozent.Eine Umsatzsteigerung um 23 Prozent auf 1,63 Mrd.Franken und eine Ausweitung der Marge von 9,7 auf 12,1 Prozent kennzeichneten die Performance-Polymere.Bei Pigmenten stieg der Umsatz um 22 Prozent auf 1,25 Mrd.Franken und die Marge von 17,0 auf 20,1 Prozent.Schließlich erhöhte sich der Umsatz der Textilfarbstoffe um 21 Prozent auf 1,42 Mrd.Franken.Auch hier stieg die Marge von 9,4 Prozent auf 13,6 Prozent.Zum Umsatzwachstum trugen in erster Linie die Konzentration auf Kernprodukte und -märkte sowie Kundenservice, Produktinnovationen und eine wettbewerbsfähige Preisstrategie bei.Regional wuchsen die Umsätze in Nord- und Lateinamerika mit 23 Prozent am stärksten.Europa legte um 11 Prozent und die östliche Hemisphäre um 16 Prozent zu.In Asien (Umsatzanteil 19 Prozent) war noch wenig von der Krise zu spüren.Rund ein Dutzend Akquisitionen und Desinvestitionen halfen 1997 bei der Optimierung des Konzerns.Der Rückgang der Aufwendungen für Forschung und Entwicklung auf 302 (325) Mill.Franken wird mit der Eingliederung der zentralen Abteilung in die jeweiligen F & E-Bereiche der Sparten begründet.Investiert wurden im Berichtsjahr 523 Mill.Franken.Die Investitionen wurden aus dem operativen Netto-Mittelzufluß von 667 Mill.Franken finanziert.Angesichts dieses Jahresabschlusses schlägt der Verwaltungsrat der Hauptversammlung die Ausschüttung einer ersten Dividende in Höhe 2 Franken pro Aktie vor.Am Montag gaben die Titel zwar etwas nach.Doch gegenüber dem Eröffnungskurs vom März vergangenen Jahres verbleibt ein Anstieg um 60 Franken.

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