Wirtschaft : Clement beruhigt das Handwerk

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Berlin Die für Langzeitarbeitslose künftig möglichen „Ein-Euro-Jobs“ richten sich nach Worten von Wirtschaftsminister Wolfgang Clement (SPD) nicht gegen das Handwerk. Diese öffentlichen Arbeitsgelegenheiten sollten nur zusätzlich und zeitlich befristet vergeben werden und keine Stellen im Handwerk verdrängen. „Das darf nicht passieren“, sagte Clement am Mittwoch bei der Jahrestagung des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks (ZDH) in Berlin. Vor Ort müsse ein Weg gefunden werden, wie Handwerkskammern, Industrie- und Handelskammern, Gewerkschaften und Vermittler ihre Entscheidungen fällen werden, wo Arbeitsgelegenheiten eingerichtet würden und wo nicht.

Eine weitere Reform – die Lockerung der Handwerksordnung – hat sich wiederum stark bei den Eintragungen von Betrieben niedergeschlagen. Eine Reihe von Kammern haben große Zuwächse registriert. „Es gibt deutlich mehr Eintragungen als in den Jahren zuvor“, sagte etwa Almuth Draeger, Sprecherin der Handwerkskammer (HWK) Berlin, dem Tagesspiegel.

Zum Jahreswechsel hat die Bundesregierung die Handwerksordnung vereinfacht und die Anforderungen gesenkt, die für eine Betriebsgründung zu erfüllen sind. So wurden 51 von 94 Handwerken freigegeben. Hier muss keine Qualifizierung nachgewiesen werden.

Bei den neuen zulassungsfreien Berufen lassen sich jetzt besonders viele Menschen in die Betriebslisten eintragen. Von Januar bis Juli 2004 sei die Zahl der Eintragungen in Berlin um 4,5 Prozent gestiegen, sagte Draeger. Von den 1252 neuen Eintragungen seien 788 in den von der Zulassungspflicht befreiten Handwerksberufen erfolgt. Allein Fliesen-, Platten- und Mosaikleger machten davon 436 aus, eine Steigerung von 182,4 Prozent. Ähnlich sieht es nach Aussage von Sprechern in den Kammern Dortmund, München und Stuttgart aus.hop/dpa

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