Cloud : Microsoft schränkt Online-Speicher OneDrive ein

Microsoft reduziert das Speichervolumen für Nutzer seines Online-Speichers OneDrive. Zugang wird teurer.

Daniel Mosler
Der Software-Hersteller Microsoft reduziert das Maximalvolumen für OneDrive-Nutzer.
Der Software-Hersteller Microsoft reduziert das Maximalvolumen für OneDrive-Nutzer.Foto: dpa

Der amerikanische Computer- und Softwarehersteller Microsoft baut seinen Online-Speicher "OneDrive" teilweise massiv um. Wie das Unternehmen am Dienstag mitteilte, werden vor allem neue Regeln für das maximal nutzbare Speichervolumen pro registrierten Nutzer aufgestellt. Die Veränderungen treffen Nutzer von Microsofts Bürosoftware "Office 365" am stärksten. Käufer des Dienstes, der viele Aufgaben der klassischen Office-Programme wie Word oder Excel über das Internet ermöglicht, hatten ein bislang uneingeschränktes Speichervolumen auf Microsofts Online-Speicher OneDrive. Einige der Nutzer jedoch hätten das von Microsoft erwartete durchschnittliche Volumen pro Nutzer deutlich überschritten. Wie das Unternehmen mitteilte, würden zum Teil bis zu 75 Terabyte Speicher pro Nutzer in Anspruch genommen. Dies entspricht dem 14.000-fachen eines durchschnittlichen Nutzers. Viele Kunden sicherten nicht nur Textdokumente und Fotos, sondern ganze Computer und Filmbibliotheken auf OneDrive, so der Konzern in einem Blog-Eintrag.

Online-Speicher wird teurer

Als Reaktion auf den hohen Speicherverbrauch beschränkt Microsoft das maximale Volumen für Nutzer von Office 365 auf ein Terabyte. Damit steht jedoch selbst dann deutlich mehr Speicher auf OneDrive zur Verfügung, als der durchschnittliche Anwender auf seinem heimischen Computer hat. Microsoft nähert sich mit dieser Beschränkung wieder näher den branchenüblichen Volumenbeschränkungen an, wie sie auch bei Amazon oder Apple zu finden sind. Das Gratis-Volumen für Nutzer von OneDrive ohne Office 365 wird zukünftig von bisher 15 Gigabyte auf dann nur noch 5 Gigabyte reduzieren. Die Kosten für bezahlte Abonnements steigt um rund 100 Prozent auf zwei Dollar für 50 Gigabyte. Bisher erhielt man gegen zwei Euro monatliche Gebühr noch rund 100 Gigabyte.

Nutzer haben 12 Monate Zeit

Nutzer, deren Speicherkapazitäten die neuen Begrenzungen überschreiten, haben nach Aussage von Microsoft mehrere Monate Zeit, ihre Daten zu sichern. Nutzer eines kostenlosen OneDrive-Accounts beispielsweise können ihre Daten noch bis Ende 2016 nutzen. Anschließend wird der Zugang zu den Daten eingeschränkt, eine Löschung erfolgt erst nach weiteren zwölf Monaten. Gleiches gilt für Nutzer der Bürosoftware Office 365: Hier haben Nutzer bis Ende 2016 Zeit, ihr Datenvolumen auf 1 Terabyte zu reduzieren. Das Geschäft mit Online-Speicher ist in den letzten Monaten stark gewachsen. Neben Microsoft warten auch Amazon, Google oder Apple mit kostenlosen und kostenpflichtigen Abonnements auf.

0 Kommentare

Neuester Kommentar