Cluster Gesundheitswirtschaft Berlin-Brandenburg : Die Branche soll auch in Brandenburg expandieren

Die Gesundheitsbranche in der Hauptstadt boomt. Mithilfe des Wirtschaftsclusters soll auch das Land Brandenburg davon profitieren.

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Berliner Ärzte genießen im Ausland einen hervorragenden Ruf. Das will das Cluster Gesundheitswirtschaft nutzen.
Berliner Ärzte genießen im Ausland einen hervorragenden Ruf. Das will das Cluster Gesundheitswirtschaft nutzen.Foto: dpa

Wie kann es die Berliner Gesundheitswirtschaft schaffen, in der Region entwickelte Innovationen in Produkte zu überführen und diese auf verschiedenen Märkten zu etablieren? Wie kann ein Cluster dabei helfen? Diese beiden Themen waren Leitfragen bei der diesjährigen Konferenz des Clusters Gesundheitswirtschaft Berlin-Brandenburg am Mittwoch. Unter dem Motto „Transfer und Translation“ kamen Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft für ihr Jahrestreffen zum ersten Mal nicht in Berlin, sondern in Potsdam zusammen – ein offensichtliches Signal dafür, dass das Cluster künftig auch die Gesundheitsunternehmen von Brandenburg stärker in den Fokus der Aufmerksamkeit rücken möchte.

Die Gesundheitsbranche gilt als wirtschaftlicher Treiber

Der neue Clustersprecher Stefan Oelrich, der in Potsdam lebt und Deutschlandchef des Pharmakonzerns Sanofi in Berlin ist, hatte die Würdigung und Aufwertung der Gesundheitsregion Brandenburg bei seinem Amtsantritt im Frühjahr auf seine Agenda gesetzt. Die Gesundheitswirtschaft der Region gilt als wesentlicher ökonomischer Treiber. Ein gemeinsames Cluster könne dabei helfen, neue Technologien länderübergreifend und für alle Beteiligten transparent zu fördern, sagte Steffen Kammradt, Sprecher der Geschäftsführung der Zukunftsagentur Brandenburg. Aus Sicht seines Berliner Kollegen Stefan Franzke von den Hauptstadtvermarktern Berlin Partner ist das Berlin-Brandenburgische Gesundheitscluster vor allem wichtig, wenn es darum geht, neue Unternehmen aus dem Ausland in Berlin und dem Umland anzusiedeln. „Das Cluster kann hier wie ein Testimonial wirken“, sagte Franzke bei einer Podiumsdiskussion. Ein Cluster müsse vor allem auch in der Lage sein, schnell auf neue Trends und Dynamiken in der Branche zu reagieren. Allerdings ginge es bei der Entwicklung von Innovationen nicht um Geschwindigkeit allein, ergänzte Kammradt. „Der Nutzen muss im Vordergrund stehen.“

Oelrich will sich auf Teile des Masterplans fokussieren

Clustersprecher Stefan Oelrich lobte auf der Konferenz ausdrücklich die bisherige Arbeit des Wirtschaftsclusters. Künftige Projekte müssten unter dem Gesichtspunkt der Effizienz den bereits existenten Masterplan des Clusters in den Blick nehmen und sich stärker als bisher auf bestimmte Bereiche fokussieren. Die Translation spiele dabei eine besonders große Rolle. Bei der Entwicklung neuer Produkte reiche es nicht aus, gute Ideen zu haben, sagte Oelrich. Diese müssten auch in Patente und Produkte „übersetzt“ werden. „Translation ist ein dickes Brett, das es zu bohren gilt“, sagte der Clustersprecher und verwies auf die langwierigen Entwicklungszyklen in der Branche. Die Erforschung neuer medizinischer Wirkstoffe dauert in der Regel zehn bis 15 Jahre und kostet die Unternehmen Millionen.

Der Gesundheitstourismus in Berlin soll weiter ausgebaut werden

Neben der Ansiedlung neuer Unternehmen in der Nähe von Universitäts- und Wissenschaftscampi im Flächenland Brandenburg sieht Oelrich in Berlin vor allem großes wirtschaftliches Potenzial in den Bereichen Electronic Health und Gesundheitstourismus. Zwar ließen sich schon jetzt zahlreiche Patienten aus aller Welt in der Hauptstadt behandeln, doch sei auf dem Sektor noch Luft nach oben. Berlin müsse seinen guten Ruf als lebendige Metropole mit einem vielfältigen Angebot an Kultur- und Freizeitangeboten noch besser nutzen, um Menschen aus dem Ausland nicht nur als Touristen in die Stadt zu holen.

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