Wirtschaft : Cobra: Widersprüchliche Angaben über Investorenkonsortium - Angebliches Angebot an Franzosen

abo/lip

Die französische Großbank Société Générale (SG) ist nicht an dem Commerzbank-Paket des deutschen Investorenkonsortiums Cobra interessiert. Der Président Directeur Général des Kreditinstituts, Daniel Bouton, bestätigte zwar entsprechende Avancen der deutschen Investoren. "Es stimmt, dass Cobra seine Titel einer Reihe von Banken angeboten hat, und auch der SG", sagte Bouton in Paris. "Aber wir haben die Aktien von Cobra nicht gekauft." Außerdem sei man kein Aktionär der Commerzbank.

Der Darstellung Boutons widerspricht dagegen Cobra-Geschäftsführer Hansgeorg Hofmann: "Wir haben uns vor sechs Wochen mit Bouton getroffen, um lediglich die Strategien der Société Générale in Europa auszuloten", sagte er zum Handelsblatt. Er dementierte zudem Gerüchte, dass die Cobra ihre Commerzbank-Beteiligung zu einem Preis von 52 Euro je Aktie verkaufen wolle. Die SG ist nach ihrer durch den Lokalrivalen Banque Nationale de Paris vereitelten Fusion mit der Banque Paribas erklärtermaßen auf der Suche nach einer Allianz im europäischen Rahmen. Die Commerzbank war dabei von Beobachtern wiederholt als Kandidat genannt worden, vor allem, seitdem diese sich an der genossenschaftlichen Crédit Agricole beteiligt hat, die Frankreichs größte Bankgruppe ist. Auch SG hält knapp fünf Prozent der CA-Anteile. Beide Banken zusammen würden zur zweitwichtigsten Aktionärsgruppe aufrücken - dabei aber unweigerlich mit staatlichen Interessen kollidieren. Auch betreiben beide Institute viel versprechende Direktbanken, Comdirect und Fimatex. Gemeinsam hätte man keinen Wettbewerber in Europa zu fürchten.

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