Wirtschaft : Coca-Cola zieht Partner auf seine Seite Erste deutsche Abfüller offenbar zu Verkauf bereit

Maren Peters

Berlin - Der Getränkekonzern Coca- Cola kommt beim Umbau des kränkelnden Deutschland-Geschäfts offenbar voran. Kai Falk, Sprecher der deutschen Coca-Cola GmbH, bestätigte, dass Verkaufsgespräche zwischen dem Konzern und dem größten konzessionierten Abfüller in Deutschland, der Bremer Erfrischungsgetränke GmbH, laufen. Details nannte er nicht. Die Gewerkschaft Nahrung, Genuss, Gaststätten (NGG) geht davon aus, dass auch andere der acht konzessionierten deutschen Coca-Cola-Abfüller inzwischen zum Verkauf entschlossen sind. „Einige scheinen aus der Neinsagerfront auszubrechen“, sagte NGG-Getränkeexperte Uwe Witt dem Tagesspiegel. Bislang hatten die Partner dies strikt abgelehnt.

Damit scheint die im November angekündigte Neuordnung des Coca-Cola Deutschland-Geschäfts Gestalt anzunehmen. Danach will der weltgrößte Softdrinkkonzern die spätestens 2011 auslaufenden Lizenzverträge mit den deutschen Abfüllern vorzeitig auflösen und die Produktionsstätten übernehmen. Künftig soll das Deutschland-Geschäft allein auf die konzerneigene Berliner Erfrischungsgetränke AG konzentriert werden.

Hintergrund ist die schwache Entwicklung von Coca-Cola in Deutschland. Der Umsatz war 2004 im Vergleich zum Vorjahr um elf Prozent eingebrochen, der Anteil am Limonadenmarkt um fünf Prozent auf rund ein Drittel zurückgegangen. Die Konzernleitung in Atlanta machte dafür vor allem die Einführung des Dosenpfandes und den Streit mit den deutschen Abfüllern verantwortlich, die für Verkauf und Vertrieb der Brause zuständig sind. Die Betriebe hätten sich geweigert, den Discountern bei der Einführung hauseigener Rücknahmesysteme mit der Entwicklung verschiedener Flaschen und Dosenformen entgegenzukommen. Daraufhin hätten die Händler Coca-Cola ganz aus den Regalen genommen, so der Vorwurf.

In dieser Woche hat die Konzernzentrale nun die Sprecher der Konzessionäre kurzfristig zu einem Treffen nach Atlanta einberufen, wie Coca-Cola-Sprecher Falk bestätigte. Auch das deutet darauf hin, dass Bewegung in die Verhandlungen gekommen ist. Die Wahrscheinlichkeit, dass die Abfüller jetzt zum Verkauf bereit sind, ist groß: Je länger ihre Lizenzverträge mit Coca-Cola noch laufen, desto besser der Preis, den sie erzielen können. Die Abfüller selbst wollten die Verhandlungen am Montag nicht kommentieren.

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