Wirtschaft : Comcast: kaufen statt wachsen

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Comcast ist in den vergangenen Jahren zum größten Kabelnetzbetreiber der USA aufgestiegen. Dabei gehörte es immer zur Strategie von ComcastChef Brian Roberts, andere Unternehmen zu kaufen anstatt selbst zu wachsen. Den großen Durchbruch brachte die Übernahme der Kabelsparte von AT & T im November 2002, die rund doppelt so groß war wie das Kabelgeschäft von Comcast. Durch die Fusion stieg der Umsatz des in Philadelphia ansässigen Unternehmens im Jahr 2003 um 80 Prozent auf 18,3 Milliarden Dollar.

Nach Angaben von Comcast machen den Großteil des Geschäfts die rund 21 Millionen Kunden aus, die bei dem Unternehmen einen Anschluss für Kabelfernsehen gemietet haben. Im Gegensatz zu den deutschen Kabelnetzen können über die modernen Verbindungen in den USA auch interaktives Fernsehen oder Daten in Hochgeschwindigkeit übertragen werden. Die schnellen Internetzugänge sind mit fünf Millionen Kunden eines der Wachstumsfelder des Konzerns. Schon 7,2 Millionen Kunden rufen digitalisierte Videos über Comcast-Anschlüsse ab. Ziel von Comcast-Chef Roberts ist es, seinen Kunden mehr interessante Inhalte anbieten.

Bisher besitzt Comcast nur einige spezialisierte Fernsehsender für Sport, Golfen oder Outdoor. An die großen US-Medienkonzerne wie Time Warner, die News Corporation von Rupert Murdoch oder Liberty Media kommt Comcast nicht heran. An Liberty verkaufte der Konzern kürzlich seinen Shopping-Sender QVC für 7,9 Milliarden Dollar. Offenbar wollte sich Roberts, dessen Familie den Konzern aufbaute, Luft für die Disney-Übernahme verschaffen. Immerhin stehen in der Comcast-Bilanz aus früheren Zukäufen immer noch 22 Milliarden Dollar Schulden.

Mit der Übernahme von Disney würde Comcast zum größten amerikanischen Medienkonzern mit einem Umsatz von fast 46 Milliarden Dollar noch vor Time Warner aufsteigen. „Wir haben unser Unternehmen auf Akquisitionen aufgebaut. Wir wissen, wie das geht“, sagte Roberts in einer Telefonkonferenz. msh

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