Wirtschaft : Comdirect: Online-Broker in Erklärungsnöten

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Dem Online-Broker Comdirect droht eine Sonderprüfung durch das Bundesaufsichtsamt für den Wertpapierhandel (BaW). Die Commerzbank-Tochter hat ihren Kunden untersagt, Bonus berechtigte Aktien aus dem dritten Börsengang der Telekom per Internet am ersten Handelstag zu verkaufen. In einem Schreiben von Comdirect an die Kunden, das dem Handelsblatt vorliegt, heißt es, dass die Online-Bank ihre "Kunden vor einem ungewollten Verkauf der bonusberechtigten Telekom-Aktien schützen wollte." Das BaW hat sich inzwischen eingeschaltet. "Uns ist der Fall bekannt", so eine BaW-Sprecherin. Ob gegen den Direktbroker eine Sonderprüfung eingeleitet wird, darf das Bundesamt auf Grund seiner Verschwiegenheitspflicht nicht offiziell äußern. Comdirect bestätigte auf Anfrage, dass man den Verkauf der bevorrechtigten Telekom-Aktien per Internet am ersten Handelstag untersagt habe. Die Bank begründete dies zunächst mit technischen Problemen. In einer zweiten Stellungnahme begründete sie die Maßnahmen damit, dass der Aktieninhaber mit dem Verkauf der Titel aus der Frühzeichnerphase die Bonus-Berechtigung laut Emissionsbedingungen der Telekom verloren hätte. Die Anteile hätten deshalb nur über das Call-Center verkauft werden können, das uneingeschränkt erreichbar war.

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