Commerzbank : Blessing will Schulden ohne Kapitalerhöhung loswerden

Gerade musste der Commerzbank-Chef Blessing wieder einen Milliardenverlust verkünden. Vor 2012 wird es deshalb nichts mit der Rückzahlung der Staatshilfen. Die Bank könnte durch neue Aktien mehr Geld einsammeln - will sie aber angeblich nicht.

Frankfurt am Main - „Ja“, sagt Martin Blessing kurz und trocken und geht zur nächsten Frage über. Dabei ist diese Antwort auf die Frage, ob ihm sein Job noch Spaß mache, in diesen Tagen alles andere als normal. Gerade musste der Vorstandssprecher der Commerzbank wieder einen Milliardenverlust verkünden. 4,5 Milliarden Euro waren es im vergangenen Jahr. Immerhin zwei Milliarden weniger als ein Jahr zuvor. Ohne die stille Einlage des Bundes und seine Beteiligung, womit Berlin zusammen auf 25 Prozent plus einer Aktie kommt, gebe es die Commerzbank und mit ihr die Dresdner Bank nicht mehr.

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Blessing weiß dies, als er am Mittwochvormittag im Auditorium der Commerzbank-Zentrale die Zahlen erläutert. Der 46-jährige Manager aus einer traditionsreichen Bankerfamilie – der Großvater war Bundesbank-Präsident, der Vater Vorstandsmitglied der Deutschen Bank, die Ehefrau ist Partnerin der US-Investmentbank Goldman Sachs – weiß um die kritische Lage der Bank: 2010 droht wieder ein Milliardenverlust. Frühestens 2011 könnte es schwarze Zahlen geben. Und erst dann könnte die Bank, die jährlich fälligen Zinsen für die Staatseinlage in Höhe von 1,5 Milliarden Euro zahlen. Wie Blessing sein Versprechen wahr machen will, ab 2012 dem Steuerzahler jene 18,2 Milliarden Euro allmählich wieder zurückzuzahlen, ist unklar. Denkbar sei „an den Kapitalmarkt zu gehen und heutige und zukünftige Aktionäre um Geld zu bitten“, sagte Blessing. Derzeit sei aber keine Kapitalerhöhung geplant. Den Weg bis zu einer „normalen“, gesunden Bank will er immerhin ohne eine neue Geldspritze des Steuerzahlers schaffen. „Ich sehe überhaupt keine Notwendigkeit für weitere Staatshilfen.“ Wenigstens das. ro

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