Commerzbank : Bundesweite Proteste gegen Stellenabbau

Mit einer bundesweiten Aktion haben die Beschäftigten der Commerzbank gegen den geplanten Stellenabbau protestiert. In den nächsten zwei Jahren sollen 900 Stellen gestrichen werden.

Hamburg/Essen - Schwerpunkte der Demonstrationen waren Hamburg und Nordrhein-Westfalen, sagte Verdi-Sprecher und Commerzbank-Aufsichtsrat Herbert Bludau-Hoffmann in Essen. Die Resonanz sei überwältigend gewesen. "Es waren insgesamt weit mehr als die erhofften 1000 Beschäftigten da", sagte er. In elf Städten fanden gleichzeitig Betriebsversammlungen statt. Die zweitgrößte deutsche Bank will in den kommenden zwei Jahren 900 Stellen streichen. Verdi fürchtet, dass sogar bis zu 3000 Mitarbeiter betroffen sind.

In Hamburg ließen mehrere hundert Commerzbank-Beschäftigte bei einer Demonstration 3000 Luftballons steigen als Symbol für 3000 Mitarbeiter, deren Wissen verloren geht. "Das war erschreckend schön", sagte Verdi-Sprecher Berthold Bose vor Ort. Nun erwarte die Gewerkschaft eine Reaktion des Vorstands. Andernfalls werde es weitere Aktionen geben, kündigte Bose an. Verdi-Bundesvorstand und Commerzbank-Aufsichtsrat Uwe Foullong forderte das Unternehmen auf, seine soziale Verantwortung wahrzunehmen: "Wer wie die Commerzbank Riesengewinne macht, darf die Beschäftigten, die für den Erfolg gesorgt haben, nicht im Regen stehen lassen."

Im ersten Halbjahr hatte die Bank ihren Gewinn im Vergleich zum Vorjahreszeitraum auf mehr als eine Milliarde Euro nahezu verdoppelt. Bereits in den vergangenen fünf Jahren hatte die Commerzbank mindestens 6700 Stellen gestrichen. Nach der Übernahme der Eurohypo beschäftigt das Geldhaus hierzulande 27.000 Menschen. (tso/AFP)

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