Wirtschaft : Commerzbank: Der Konzern verordnet sich eine Fitnesskur

Die Commerzbank hat sich eine Fitnesskur verordnet und will damit binnen drei Jahren das Vorsteuerergebnis um rund eine Milliarde Euro (knapp zwei Milliarden Mark) steigern. Gleichwohl zeigte sich Commerzbank-Chef Martin Kohlhaussen auf der Bilanzpressekonferenz am Mittwoch in Frankfurt (Main) für das laufende Jahr nur gedämpft optimistisch. Der Bank-Chef sagte: "Vor dem Hintergrund der unbefriedigenden Entwicklung des vierten Quartals 2000 macht uns der gute operative Start im laufenden Jahr zuversichtlich, die budgetierten Ertragsziele zu erreichen." Die Zahlen aus der Erfolgsrechnung für Januar und Februar signalisierten, dass "zurückhaltende Prognosen angebracht sind". Das Bankenjahr 2001 habe für das Haus insgesamt lebhaft begonnen. Die Konzernbilanzsumme sei weiter um fünf Prozent auf 483 Milliarden Euro gestiegen.

Kohlhaussen berichtete, um im europäischen Konzert der Finanzbranche weiterhin "eine respektable Rolle zu spielen", habe sich das Institut eine erneute Fitnesskur verordnet. Mit dem Projekt "CB 21" (Commerzbank im 21. Jahrhundert) solle durch klare Zielgruppen-Orientierung, durch Fokussierung auf Kernkompetenzen und durch Kostensynergien das Vorsteuerergebnis in drei Jahren um rund eine Milliarde Euro verbessert werden. In Rahmen dieses Projekts solle die Zahl der inländischen Fillialen von derzeit 924 auf 781 Standorte reduziert werden. Gleichzeitig werde die Erreichbarkeit der Bank über Telefon, Computer und Handy weiter ausgebaut.

Die Zahlen für das Rekordjahr 2000 hatte die Bank bereits im Februar vorgelegt. Nun bestätigte das Geldinstitut einen Reingewinn von 1,34 Milliarden Euro. Die Bilanzsumme im Konzern erhöhte sich um 24 Prozent oder 88 Milliarden Euro auf 460 Milliarden Euro. Kohlhausen teilte weiter mit: "In der Erfolgsrechnung ragte, getragen vom lebhaften Wertpapiergeschäft des ersten Halbjahres, der starke Anstieg des Provisionsüberschusses (plus 24 Prozent) und des Handelsergebnisses (plus 60 Prozent) heraus." Mit 2,72 Milliarden Euro sei der Provisionsüberschuss fast so hoch wie der Zinsüberschuss nach Risikovorsorge in Höhe von 2,83 Milliarden Euro.

Deutschlands viertgrößte Bank muss sich zudem weiter mit ihrem Großaktionär, der Investorengruppe Cobra, auseinandersetzen. Die Gruppe stellte für die Hauptversammlung Ende Mai unter anderem den Antrag, dem Vorstand das Vertrauen zu entziehen. Kohlhaussen griff die Cobra erneut scharf an: "Die Börse interpretiert die Existenz dieser Gruppe als Belastung - und wir sehen das genauso". Seit dem Auftreten der Gruppe sei der Kurstrend abwärts gerichtet. Seit Januar dieser Jahres sei aber eine "gewisse Stabilisierung" eingetreten.

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