Wirtschaft : Commerzbank erhöht Kapital

Analysten vermuten "Abwehrmaßnahme" gegen eine Übernahme

FRANKFURT (MAIN) (ro).Die Commerzbank betrachtet den Schritt als Mittel, weitere Ertragschancen zu erschließen und die Eigenkapitalbasis zu stärken.Analysten sehen die überraschend angekündigte Kapitalerhöhung als "Abwehrmaßnahme" und Mittel "unabhängig zu bleiben".Andere wiederum bringen sie nur in Verbindung mit dem derzeit hohen Börsenkurs der Commerzbank-Aktie, wodurch der Bank durch die Kapitalerhöhung 1,8 Mrd.DM bis 1,9 Mrd.DM zufließen dürften. Nominal soll das Kapital der drittgrößten deutschen Geschäftsbank um 150 Mill.DM erhöht werden.Dazu bietet die Bank ihren 225 000 Aktionären in der Zeit vom 14.bis 28.Oktober 1997 für jeweils 14 bestehende Aktien ein neues Papier an.Sie sind für die Hälfte des Jahres 1997 gewinnberechtigt.Der Ausgabepreis wird Anfang Oktober festgelegt.Analysten rechnen mit einem Kurs von 55 DM. Die Commerzbank selbst will mit dem neuen Geld weiteres Wachstum ermöglichen und bereits getätigte Übernahmen oder die Aufstockung von Beteiligungen finanzieren.In diesem Jahr hat die Bank ihre Anteile an der polnischen Bank Rozwoju Eksportu und der marrokanischen BCME aufgestockt und die amerikanische Montgomery Asset Management erworben.Die Mittel sollten außerdem der weiteren Erschließung von Ertragschancen dienen, vor allem auch im Investmentbanking.Vor allem im Aktiengeschäft gilt die Commerzbank als relativ schwach, glauben Analysten.Auch bei der Vermögensverwaltung müsse sie etwas tun.Grund: Die Bayerische Vereinsbank will die gemeinsam mit der Commerzbank gehaltene Fondsgesellschaft Adig ganz übernehmen.Dann müßte die Commerzbank den Fondsbereich völlig neu aufbauen. Die Bank will aber auch ihre Eigenkapitalbasis stärken.Die Eigenkapitalquote der Commerzbank liegt gemessen an internationalen Standards mit 4,9 Prozent zu niedrig.Durch die Kapitalerhöhung soll sie auf 5,9 Prozent steigen.

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