Wirtschaft : Commerzbank kauft ein

FRANKFURT (MAIN)/SEOUL (AFP).Die Commerzbank AG, Frankfurt (Main), übernimmt für umgerechnet rund 450 Mill.DM ein knapp 30prozentiges Anteilspaket an der unter Liquiditätsproblemen leidenden Korea Exchange Bank (KEB).Entsprechende Verträge seien am Dienstag in Seoul unterzeichnet worden, teilten beide Unternehmen mit.Die deutsche Privatbank wird damit nach dem südkoreanischen Staat, der 33,6 Prozent der Stimmrechte besitzt, zweitgrößter Anteilseigner an der Korea Exchange Bank.Der Einstieg vollzieht sich über eine Kapitalerhöhung: Die Commerzbank wird 70 Mill.neue KEB-Aktien zu einem Stückpreis von 5000 Won erwerben.Von der Zusammenarbeit mit der Korea Exchange Bank erhofft sich das Geldinstitut eine "wesentliche Stärkung" seiner Position in Asien.

Die Commerzbank wird künftig sowohl im Aufsichtsrat als auch im Vorstand der KEB mit zwei Repräsentanten vertreten sein.Die Korea Exchange Bank ist nach Frankfurter Angaben mit einer Bilanzsumme von umgerechnet rund 100 Mrd.DM, rund 9000 Mitarbeitern, 422 Filialen und acht Tochtergesellschaften in Korea sowie 27 Filialen und zehn Tochterfirmen im Ausland eine der "bedeutendsten Banken" Südkoreas.Bei der KEB hieß es, die Zusammenarbeit mit der Commerzbank läute eine neue Ära in der südkoreanischen Bankengeschichte ein, in der ausländische Beteiligungen bislang unüblich waren.

Die Kooperation steht vor dem Hintergrund weitreichender Umstrukturierungen in Südkoreas Finanzsektor.Die Regierung des asiatischen Landes hatte erst jüngst fünf marode Banken zwangsweise geschlossen; sieben weitere namhafte Finanzinstitute wurden verpflichtet, bis zum Monatsende einen Sanierungsplan vorzulegen.

Die Commerzbank ist laut Geschäftsbericht darüber hinaus seit mehreren Jahren mit zahlreichen Beteiligungen, Töchtern und Filialen in Fernost vertreten.So halten die Frankfurter 23 Prozent an der Korea International Merchand in Seoul und sind mit 23,9 Prozent an der PT Banc Ficonesia in Jakarta beteiligt.Hinzu kommen 100prozentige Töchter in Japan, Singapur und Hongkong, wo zudem eine Filiale arbeitet.Schließlich unterhält das Frankfurter Geldhaus eine Repräsentanz in Peking und eine Filiale in Shanghai.

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