Wirtschaft : Commerzbank: Kreditinstitut mit Verlust im vierten Quartal

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Trotz eines Verlustes von 98 Millionen Euro im vierten Quartal verbucht die Commerzbank im Jahr 2000 ein neues Rekordergebnis. Der Gewinn vor Steuern kletterte um zwei Drittel auf 2,28 Milliarden Euro. Allein der Börsengang der Comdirect brachte im vergangenen Einnahmen von 1,2 Milliarden Euro. Nach Steuern bleibt der Bank ein Überschuss von 1,34 Milliarden Euro, ein Plus von rund 47 Prozent gegenüber 1999. Dies ist ebenfalls ein Rekord. Mit einer neuen Holding-Struktur und einer Aufteilung des Unternehmens in eine Privat- und in eine Firmenkundenbank will die Commerzbank bis zum Jahr 2005 zusätzliche Erträge von fast 1,6 Milliarden Euro pro Jahr erwirtschaften.

Wegen des guten Ergebnisses will Vorstandssprecher Martin Kohlhaussen den Aktionären neben der gleichbleibenden Dividende von 0,80 Euro einen Bonus von 0,20 Euro zukommen lassen. Den überraschenden Verlust im vierten Quartal begründet der Vorstandssprecher, der im Mai ausscheidet und das Amt an Klaus-Peter Müller übergibt, mit "aperiodischen" Aufwendungen, einer höheren Risikovorsorge, mit einem Verlust der koreanischen Beteilungsbank KEB sowie den schwachen Finanzmärkten. An der KEB ist die Commerzbank mit knapp 30 Prozent beteiligt. 100 Millionen Euro Verlust beschert alleine diese Beteiligung. Angesichts des Rekordergebnisses 2000 und des guten Starts in das Jahr 2001 dürfe diese Entwicklung aber nicht überwertet werden, sagt Kohlhaussen. Die größten Steigerungsraten gelangen der Commerzbank beim Provisionsüberschuss - plus 20 Prozent auf 2,64 Milliarden Euro - und beim Eigenhandel mit Wertpapieren, Devisen und Edelmetallen, das um 47 Prozent auf 872 Millionen Euro kletterte.

Einen deutlichen Ergebnisschub erhofft sich die Commerzbank durch ihre neue Struktur. Ähnlich wie der Deutschen Bank stehen unter einer sogenannten virtuellen Holding, die sich um die Konzernsteuerung kümmert, eine Privatkunden- und eine Firmenkundenbank. Künftig will die Commerzbank strikt kundenorientiert arbeiten, sich dabei auf ihre Kernkompetenzen und vor allem das Geschäft in Europa konzentrieren. Dies werde ohne einen größeren Abbau von Arbeitsplätzen möglich sein. Alle Bereiche sollen effizienter werden. Bis 2005 sollen 152 der bisher 930 Commerzbank-Filialen geschlossen werden. Kostenersparnis dabei: 165 Millionen Euro.

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