Wirtschaft : Commerzbank muss Boni nachzahlen Quartalsgewinn bricht um 60 Prozent ein

London/Frankfurt am Main - Die Commerzbank muss ehemaligen Investmentbankern der Dresdner Kleinwort nachträglich Boni in Höhe von rund 50 Millionen Euro zahlen. Das entschied ein Gericht in London am Mittwoch. 104 ehemalige Beschäftigte der Dresdner Kleinwort hatten auf die Auszahlung der Boni geklagt. Die Commerzbank, die im Spätsommer 2008 die Dresdner Bank übernommen hatte, ist Rechtsnachfolgerin der inzwischen liquidierten früheren Investmentbank.

Der damalige Dresdner-Kleinwort- Chef Stefan Jentzsch hatte seinen Investmentbankern im August 2008 einen Bonuspool von 400 Millionen Euro versprochen. In dem Prozess war es unter anderem darum gegangen, ob die nur mündlich gemachte Aussage eine Garantie oder nur ein loses Versprechen war. Dresdner Kleinwort hatte im Jahr 2008 einen Verlust von 6,5 Milliarden Euro ausgewiesen. Die Commerzbank selbst musste 18,2 Milliarden Euro Hilfe des Staates in Anspruch nehmen.

Die teilverstaatlichte Commerzbank bleibt in schwerem Fahrwasser. Im ersten Quartal gelang es dem Institut zwar vorzeitig, seine 5,3 Milliarden Euro große Kapitallücke zu schließen. Doch dafür musste die Bank zu Jahresbeginn einen Gewinneinbruch in Kauf nehmen. Die Aussichten für den weiteren Jahresverlauf beurteilte die Bank am Mittwoch skeptisch. Einen konkreten Ausblick für 2012 wagt der Vorstand weiterhin nicht. Im ersten Quartal verdiente der Konzern mit 369 Millionen Euro unter dem Strich gut 60 Prozent weniger als vor einem Jahr (985 Millionen Euro). dpa

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