Wirtschaft : Commerzbank plant den Verkauf ihrer Buderus-Anteile Fluchtburg für Enttäuschte

Unterstützung für die Übernahme des Heizungsbauers durch Bosch Anleger suchen Sicherheit/Tages- und Festgeld sind beliebte Alternativen zu Geldmarktfonds

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Frankfurt (Main) (rtr). Die Commerzbank wird ihr 10,5prozentiges Buderus-Paket nach Angaben aus vorstandsnahen Kreisen voraussichtlich an den Autozulieferer Robert Bosch verkaufen. Nach mehreren fehlgeschlagenen Übernahmeversuchen findet Bosch damit eine Ergänzung für seine Heizungsmarke Junkers, steigt zum größten Heizungshersteller in Europa auf und wird unabhängiger von der Automobilkonjunktur.

Der Vorstand der Commerzbank werde erst im Mai – bei Vorlage des offiziellen Übernahmeangebots – entscheiden, ob die Bank ihren Anteil am Wetzlarer Heiztechnikspezialisten für 29,15 Euro pro Anteilsschein abgibt, erfuhr die Nachrichtenagentur Reuters am Mittwoch aus Kreisen der Bank. Auf der Vorstandssitzung am Dienstag sei das Thema Buderus deshalb allenfalls am Rande diskutiert worden, da Bosch bislang nur die Absicht zu einem Übernahmeangebot an die außenstehenden Aktionäre bekannt gegeben habe. Zum Angebotspreis von 29,15 Euro je Anteilsschein ist der Buderus-Anteil der Commerzbank nach Reuters-Berechnungen 193 Millionen Euro wert.

Anfang der Woche hatte der Stuttgarter Autozulieferer angekündigt, 30 Prozent an Buderus vom Baukonzern Bilfinger Berger zu einem Kurs von 29,15 Euro je Aktie und damit für insgesamt 551 Millionen Euro zu übernehmen. Bosch wird damit etwa 47 Prozent an Buderus halten und will den übrigen Aktionären – also auch der Commerzbank – den gleichen Preis für ihre Anteile bieten. Das Angebot steht unter der Bedingung, dass Buderus keine höhere Dividende als im vergangenen Jahr ausschüttet. Andernfalls verringere sich der Angebotspreis entsprechend.

Bilfinger Berger kündigte inzwischen an, er werde den Sonderertrag aus dem Verkauf von Aktien der Dresdner Bank an seine Aktionäre weiterreichen. Das Unternehmen wolle der Hauptversammlung daher für das Geschäftsjahr 2002 einen Dividenden-Bonus von 45 Cent je Aktie vorschlagen. nur noch der Geldmarkt zählt.

In den vergangenen Monaten hätten Kunden erneut stark nach kurzfristigen, sicheren Anlagen gefragt, sagt Köchling von der Frankfurter Sparkasse 1822. Im Januar und Februar diesen Jahres flossen mehr als sechs Milliarden Euro in Geldmarktfonds (siehe Lexikon, Seite 20), gibt der deutsche Fondsverband BVI an. Das sind noch einmal rund ein Drittel mehr als zum Jahresbeginn des Börsen-Krisenjahres 2002 und knapp das Dreifache gegenüber Januar und Februar 2001.

„Anleger stellen jetzt den Risikoaspekt vielleicht zu sehr in den Vordergrund“, sagt Köchling. Niemand liege allerdings verkehrt, wenn er nach der Daumenregel vorgehe, bis zu drei Netto-Gehälter als Liquiditätsreserve in Festgeld zu halten. Mit Blick auf die persönliche Aktienquote im Portfolio rät Köchling, ein Drittel davon liquide zu halten und den Rest zu investieren.

Aktiendepot noch nicht aufstocken

Für Stefanie Bessin, Bereichsleiterin Wertpapiergeschäft bei der Frankfurter Volksbank, schwankt der Aktienmarkt noch zu stark, als dass sie zu deutlichem Aufstocken von Aktien raten würde. Als Gründe nennt sie die politischen Unsicherheiten im In- und Ausland wie auch die allgemeine Wirtschaftslage. Die Wirtschaft sende noch kein Signal für eine Wende zum Besseren aus.

Wer also Geld parken möchte, findet neben den beliebten Geldmarktfonds in Tages- wie auch in Festgeld interessante Alternativen. Trotz anhaltend sinkender Zinsen erhält ein Anleger für Tagesgeld in der Spitze immerhin 3,7 Prozent (siehe Tabelle Tagesgeld) und für Festgeld bis zu vier Prozent (siehe Tabelle Festgeld). Staatsanleihen mit sechs Jahren Laufzeit werfen dagegen nur gut 3,5 Prozent ab.

Auch im Vergleich zu Geldmarktfonds, die dem Anleger in der Spitze gut vier Prozent Ertrag bringen, bietet das Kontensparen zwei Vorteile: Der Anleger weiß erstens ganz genau, wie viel er heraus bekommt. Die Anteilswerte der Geldmarktfonds schwanken hingegen leicht. Zweitens kosten Tages- oder Festgeld zumeist keine Gebühren. Von seiner Fondsrendite muss der Anleger dagegen Gebühren von durchschnittlich 0,6 Prozent abziehen.

Doch es gibt einen Wermutstropfen bei den attraktiven Tages- und Festgeldangeboten. Bei den folgenden Banken sind pro Person maximal 20000 Euro über den niederländischen Einlagensicherungsfonds abgesichert: bei der Demir-Halk-Bank, der Finansbank, der Garanti-Bank und der Kocbank.

Wer sich als Anleger nur auf den deutschen unlimitierten Einlagensicherungsfonds verlassen will, muss sich bei Tagesgeld mit drei Prozent begnügen, bei Festgeld mit 2,95 Prozent. Das entspricht immerhin der Rendite für Bundesanleihen mit einer Laufzeit von vier Jahren.

Weitere Informationen im Internet:

www.handelsblatt.com/geld

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