Wirtschaft : Commerzbank schafft Wende

Vorstandschef Müller: Kosten und Risiken im Griff/Dividende von 0,25 Euro

Rolf Obertreis

Frankfurt am Main - Die Commerzbank ist wie erwartet in die Gewinnzone zurückgekehrt und verbucht für das vergangene Jahr einen Überschuss von 393 Millionen Euro. Die Eigenkapitalrendite nach Steuern liegt bei allerdings vergleichsweise mageren 4,4 Prozent, vor Steuern sind es 8,1 Prozent. Wegen hoher Abschreibungen auf ihre Beteiligungen hatte die drittgrößte börsennotierte Bank noch für 2003 einen Verlust von 2,3 Milliarden Euro ausgewiesen.

Wie im Jahresverlauf angekündigt, wird die Commerzbank wieder eine Dividende zahlen, nachdem sie für 2003 ausgefallen war. 25 Euro-Cent werden pro Aktie ausgeschüttet. Vorstandssprecher Klaus-Peter Müller ist mit dem Ergebnis zufrieden. „Wir sind gut vorangekommen. Wir haben die Risiken und Kosten im Griff und spüren bei den Erträgen eine Belebung.“ Im laufenden Jahr will die Commerzbank mindestens eine Eigenkapitalrendite nach Steuern von acht Prozent erreichen.

Das Ergebnis der Bank liegt allerdings unter den Schätzungen von Analysten. Sie hatten im Schnitt mit einem Netto-Gewinn von rund 420 Millionen Euro gerechnet. Dennoch gab es nach Veröffentlichung der Zahlen einen Kurssprung bei der Commerzbank-Aktie.

Besonders angetan ist Vorstandssprecher Müller von der Steigerung des operativen Gewinns und damit vor allem des Überschusses im eigentlichen Bankgeschäft. Er erhöhte sich 2004 um fast 90 Prozent auf 1,04 Milliarden Euro. Das Ergebnis vor Steuern lag bei 828 Millionen Euro. Enthalten sind bereits die Aufwendungen in Höhe von 132 Millionen Euro für die Restrukturierung des Investmentbankings. Im Herbst hatte die Bank ihr Büro in Tokio geschlossen und in New York und London rund 500 Stellen gestrichen. 2003 hatte die Bank noch einen Vorsteuer-Verlust von 1,98 Milliarden Euro verbuchen müssen. Grund: Abschreibungen auf die Beteiligungen und die Wertpapierbestände.

Ursprünglich sollten die Zahlen erst am Mittwoch vorgelegt werden. Müller, der ab März auch Präsident des Bundesverbandes Deutscher Banken ist, will dann auf einer Pressekonferenz weitere Details nennen. Auf besonderes Interesse dürften die Aussagen zum schwächelnden Osteuropageschäft stoßen.

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