Wirtschaft : Commerzbank Securities: Dalman plant Zukauf

rob/fs

Die derzeit schwierigen Zeiten im Investment-Banking schrecken Mehmet Dalman, Chef der Commerzbank Securities, nicht. Er will das lukrative Feld Mergers & Acquisitions (M&A) nicht den amerikanischen Investmenthäusern und europäischen Konkurrenten wie der Deutschen Bank überlassen. Deshalb plant Dalman, bis zum Jahresende von 17 auf 55 Mitarbeiter aufzustocken. Bei einer Fusion könne die Investment-Bank der Commerzbank ihre noch brach liegenden Kontakte der Mutter zu rund 7000 meist mittelständischen Unternehmen als Mitgift mitbringen.

Die Zahl der möglichen Partner in Europa ist in den letzten Jahren allerdings stark geschrumpft, nachdem viele Großbanken sich auf diesem Gebiet durch Akquisitionen verstärkt haben. Ein Interesse am europäischen Geschäft von ING Barings bestehe nicht, erklärte Dalman. Aber es gibt noch weitere gute Adressen im Bereich M&A in Europa. Dazu gehört die Londoner ARC Associates, zu deren Kunden unter anderem der finnische Telekomkonzern Sonera zählt. Ebenso klein wie fein ist auch Greenhill mit zehn Partnern in New York, London und Frankfurt. Die Gruppe hat vor kurzem Nestlé beim milliardenschweren Kauf des US-Tierfutterherstellers Ralston Purina beraten. In Familienhänden befinden sich Lazard und Rothschild.

Während bei Commerzbank Securities der Bereich M&A noch in den Kinderschuhen steckt, hat der Aktienhandel einen ausgezeichneten Ruf in der Finanzgemeinde. Auch bei Aktienemissionen konnte das Institut eine beachtliche Position in Europa erringen. Es rangierte im vergangenen Jahr auf Platz vier nach Deutscher Bank, Goldman Sachs und UBS Warburg. Die Commerzbank begleitete 18 Börsengänge im Volumen von 1,653 Milliarden.

Ein Sorgenkind war lange Zeit der Bereich Anleihen. Hier habe die Bank im vergangenen Jahr aufgeräumt, macht Dalman deutlich. Das Führungsteam sei ausgewechselt worden. Bei den Mitarbeitern der Fixed-Income-Seite wechselte Commerzbank Securities zwischenzeitlich 270 Mitarbeiter aus. Inzwischen wurde wieder kräftig aufgestockt und die ursprüngliche Stärke von 340 Mitarbeitern erneut erreicht. Allein von der Deutschen Bank warb er eine Mannschaft von 22 Händlern ab.

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