Wirtschaft : Commerzbank steuert auf Rekordjahr zu US-Immobilienkrise „kein großes Thema“

Frankfurt am Main - Die Commerzbank steuert ihr Geschäft auf Rekordkurs. Das erste Halbjahr 2007 war das erfolgreichste in der Geschichte der Bank. 1,38 Milliarden Euro verdiente Deutschlands zweitgrößtes Geldhaus zwischen Januar und Juni – ein Drittel mehr als im ersten Halbjahr 2006.

Vorstandschef Klaus-Peter Müller gab sich denn auch hochzufrieden. Man habe nicht nur Kosten und Risiken im Griff, sondern wachse aus eigener Kraft. Das für 2007 angepeilte Renditeziel von zwölf Prozent werde man deutlich übertreffen, im ersten Halbjahr lag die Eigenkapitalrendite bei rund 22 Prozent. Finanzchef Eric Strutz sprach von Zahlen, „von denen wir vor nicht allzu langer Zeit nicht zu träumen gewagt hätten“. An der Börse half der Bank das nichts. Die Aktie verlor bis zum Schluss 4,3 Prozent und befand sich dabei in guter Gesellschaft anderer deutscher Finanzwerte, die allesamt unter der Angst vor einer Ausweitung der US-Immobilienkrise leiden.Für die Commerzbank sei die Krise „kein großes Thema“, sagte Finanzvorstand Strutz. Das Institut sei mit rund 1,2 Milliarden Euro im Segment bonitätsschwacher Hypothekenkredite engagiert. Insgesamt rechnet man mit Verlusten von 80 Millionen Euro aus diesen Geschäften.

Fast alle Bereiche der Commerzbank konnten in den ersten sechs Monaten ihre Gewinne deutlich steigern, den größten Beitrag zum Ergebnis lieferte die Mittelstandsbank mit einem Überschuss von 535 Millionen Euro.

Die Bank fühlt sich mittlerweile wieder so gefestigt, dass sie neben der Eröffnung von Ablegern in Dubai und im aserbaidschanischen Baku auch den Schritt nach Schwarzafrika wagt. Strutz nannte am Donnerstag die äthiopische Hauptstadt Addis Abeba und die nigerianische Hafenstadt Lagos als künftige Standorte. ro

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben