Wirtschaft : Commerzbank-Tochter Eurohypo auf Sparkurs

Eschborn - Nach Milliardenverlusten setzt die Commerzbank-Tochter Eurohypo den Rotstift an und will so mittelfristig wieder profitabel werden. Mit der Konzentration aufs Kerngeschäft und dem Abbau von Stellen sollen ab Ende 2011 jährlich rund 110 Millionen Euro eingespart werden, wie der Immobilien- und Staatsfinanzierer am Montag in Eschborn bei Frankfurt am Main mitteilte. Das Portfolio zur Immobilienfinanzierung wird bis Ende 2012 von 79 Milliarden auf rund 60 Milliarden Euro eingedampft. Weltweit fallen etwa 390 Stellen weg, davon 260 in Deutschland. „Betriebsbedingte Kündigungen sollen wenn irgend möglich vermieden werden“, sagte Eurohypo-Chef Frank Pörschke.

Im ersten Quartal 2009 kehrte das Institut nach seinen Angaben in die schwarzen Zahlen zurück: Vor Steuern gab es gut 60 Millionen Euro Gewinn. Im Immobiliengeschäft sei erneut Verlust angefallen, die Staatsfinanzierung sehr positiv verlaufen. Eine Prognose für das Gesamtjahr wagte Pörschke wegen der anhaltenden Finanzkrise nicht.

In den nächsten Jahren soll das Spezialinstitut auf zehn Kernmärkte – darunter Deutschland, Frankreich, Russland, Spanien und die USA – konzentriert werden. Die Commerzbank-Tochter will 20 ausländische Märkte aufgeben, die allerdings nur zehn Prozent des Portfolios ausmachen.

Die Eurohypo-Mutter Commerzbank muss auf Drängen der Europäischen Kommission ihre Bilanz deutlich verkleinern und die 100-Prozent-Tochter binnen fünf Jahren verkaufen. Diese Auflage aus Brüssel hatte laut Pörschke jedoch „keinerlei Einfluss auf die Pläne zur Neuausrichtung und wird diese auch nicht beeinflussen“. Die Eurohypo war 2002 aus der Fusion der Hypothekenbanken von Deutscher Bank, Commerzbank und Dresdner Bank entstanden. Ende 2005 wurde sie von der Commerzbank übernommen.dpa

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