Wirtschaft : Commerzbank und Hypo-Vereinsbank nähern sich an Insider erwarten in Kürze Verhandlungen über Fusion

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(ro). Ein Zusammengehen der Commerzbank mit der HypoVereinsbank rückt offenbar näher, auch wenn es derzeit dem Vernehmen nach keine konkreten Verhandlungen gibt. „Die Gespräche werden im Laufe dieses Jahres aufgenommen. Der Erwartungsdruck ist so groß, dass etwas passieren muss“, sagte ein gut informierter Banker in der Frankfurter Commerzbank-Zentrale dem Tagesspiegel. Das Ergebnis der Gespräche sei allerdings völlig offen. Andere Experten rechnen damit, dass Verhandlungen schon nach der Vorlage der Commerzbank-Bilanz in der nächsten Woche aufgenommen werden.

Offiziell wollen sich weder die Commerzbank noch die Hypo-Vereinsbank zu Spekulationen äußern. Marktbeobachter halten jedoch ein Zusammenrücken der beiden Institute jetzt wieder für wahrscheinlicher, weil Deutsche-Bank-Vorstandssprecher Ackermann in der vergangenen Woche für sein Haus eine Übernahme in Deutschland ausgeschlossen hatte.

Nach Ansicht von Verdi-Vorstandsmitglied Hinrich Feddersen sind alle vier deutschen Großbanken alleine überlebensfähig. Es gebe keine zwingenden Gründe für eine Megafusion, meint der Gewerkschafter. Feddersen treibt vor allem die Sorge vor einem personellen Kahlschlag um. „Wenn die vier Großbanken fusionieren, würden von rund 150 000 Arbeitsplätzen im Inland rund 30 000 Stellen vernichtet“, warnt er.

Nach Ansicht von Insidern käme die Fusionswelle dann schnell ins Rollen, wenn ein ausländisches Institut entweder die Commerzbank oder die Hypo-Vereinsbank übernähme. „Dann würde ein anderes Institut schnell ein Auge auf die noch verfügbare Bank werfen.“ Commerzbank und Hypo-Vereinsbank sind mit Börsenwerten von gut neun und rund elf Milliarden Euro derzeit vergleichsweise günstig zu haben.

Mehr als die Fusionsgerüchte treibt die Commerzbank-Beschäftigten derzeit allerdings der Streit um die Betriebsrente um. Mitte letzter Woche haben Vorstand und Gesamtbetriebsrat Gespräche aufgenommen. Bis Ende dieser Woche müsse klar sein, in welche Richtung es gehe, sagte Commerzbank-Betriebsratschef Alfred Seum am Montag dem Tagesspiegel. Mittlerweile gilt als unwahrscheinlich, dass der Vorstand sein Vorhaben, die Betriebsrente für rund 22 000 der 26 000 Mitarbeiter im Inland zum Jahresende zu kündigen, voll umsetzen kann. „Das Vorhaben in seiner ursprünglichen Form wird wohl gekippt", heißt es in der Bank.

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