Wirtschaft : Compaq-Übernahme kostet Jobs bei Digital

Allein 400 Stellen in Deutschland MÜNCHEN (tmh).Die Übernahme des US-Konzerns Digital Equipment durch die Compaq Corporation wird nach Einschätzung des Digital-Betriebsrats hunderte von Stellen in Deutschland kosten.Die von der IG Metall genannte Zahl von 400 Arbeitsplätzen wollte Digital-Gesamtbetriebsratschef Christian Brunkhorst in München am Rande einer Compaq-Pressekonferenz nicht bestätigen.Weltweit werde über den Abbau von 10 000 der 54 000 Digital-Stellen spekuliert.Der schlanken Organisation von Compaq drohe dagegen kaum Arbeitsplatzabbau. Grundsätzlich begrüße das Digital-Personal die Übernahme, die den gerade wieder auf die Beine gekommenen Konzern in die "Champions League" bringe.Hinsichtlich der Stellen zeige Compaq-Chef Eckhard Pfeiffer schon jetzt mehr Gesprächsbereitschaft als das Digital-Management, so Brunkhorst.Es gebe einige Überlappungen zwischen Compaq und Digital, räumte Pfeiffer ein, weigerte sich aber, das zu quantifizieren.Bei dem jüngst übernommenen Tandem-Konzern seien bis auf wenige Ausnahmen noch alle Mitarbeiter mit an Bord.Die Übernahme soll bei Compaq binnen eines Jahres "gewinnvermehrend" wirken, sagte Pfeiffer.Auch die Umsatzprognosen müßten korrigiert werden.Zuletzt nannte der Konzern ein Umsatzziel von 90 Mrd.DM.Zusammen mit Digital sind es derzeit rund 67 Mrd.Dollar.Pfeiffer schätzt, die Übernahme werde in drei bis vier Monaten rechtlich vollzogen sein.Dann würde eine Gesamtstrategie für die neue Nummer zwei der Computerwelt präsentiert, die einen Marktanteil von 12,6 (Vorjahr 10,4) Prozent für sich reklamiert.Die deutsche Compaq Computer GmbH steigerte ihren Umsatz 1997 um ein Drittel auf 1,8 Mrd.DM.Der Gewinn nach Steuern stieg auf 47 Mill.DM, der Marktanteil von 7,8 auf 9,5 Prozent.

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