Wirtschaft : CompuNet stößt an Grenzen

MÜNCHEN (tmh).Die vom SPD-Kandidaten für das Wirtschaftsministerium, Jost Stollmann, gegründete CompuNet Computer AG, München, baut in Deutschland Stellen auf.Nachdem schon im Vorjahr gut 800 Arbeitsplätze geschaffen wurden, soll die Belegschaft hierzulande 1998 von 2670 auf rund 3000 Mitarbeiter aufgestockt werden, kündigte Vorstandssprecher Hans-Dieter Koch zur Bilanzvorlage in München an.Es sei allerdings schwer, qualifizierte Mitarbeiter zu finden.Der relevante Stellenmarkt "ist völlig leer", weshalb CompuNet nun verstärkt selbst ausbilde.

Seit ihrer Übernahme durch den US-Konzern General Electric (GE) und dem Ausscheiden Stollmanns Ende 1996 dringe CompuNet in neue Wachstumsbereiche vor, begründete Koch den kräftigen Aufbau.Träger des Wachstums sei das Dienstleistungsgeschäft rund um Computernetze.Großkunden wie Konzerne oder Behörden würden immer mehr dazu übergehen, sich nicht nur Computeranlagen liefern und installieren zu lassen, sondern auch Wartung und Betrieb in die Hände von CompuNet zu legen.Zudem wandle sich das Unternehmen vom deutschen zum europäischen Konzern, was die neue Mutter GE unterstütze.Sie kaufte erst kürzlich in Frankreich zu.Außer in Italien und den Benelux-Staaten sei CompuNet jetzt in ganz Europa präsent, sagte Koch.Um die weißen Flecken auf der Firmenlandkarte zu schließen, "schrecken wir auch vor Zukäufen nicht zurück".Es gebe aber noch keine konkreten Pläne.

Auch ohne Zukäufe legt CompuNet zu.Im Wachstumsfeld Dienstleistungen will die GE-Tochter 1998 über eine halbe Mrd.DM Umsatz erwirtschaften.Im Vorjahr wuchsen die Dienstleistungserlöse von 235 Mill.auf 358 Mill.DM.Auch der Handel mit Computerprodukten soll dieses Jahr ein deutlich zweitstelliges Wachstum bringen, sodaß CompuNet die Gesamtumsätze 1998 auf mindestens 2,2 Mrd.DM steigern dürfte.Schon 1997 waren die Erlöse um gut ein Drittel auf 1,9 Mrd.DM gestiegen.Im Vergleich dazu fiel das Betriebsergebnis von CompuNet 1997 fast enttäuschend aus: Es stieg von 79,5 Mill.auf 80,8 Mill.DM.Es sei von Investitionen wie dem Aufbau einer Europalogistik im Umfang von neun Mill.DM belastet gewesen, sagte Koch zum geringen Ertragszuwachs.1998 soll aber auch das Betriebsergebnis wieder prozentual zweistellig zulegen.

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