Computer : Starker Dollar macht PC-Bauteile teurer

Nach deutlich sinkenden Preisen für Computer in den vergangenen Jahren müssen Verbraucher für neue Technik künftig wohl tiefer in die Tasche greifen müssen.

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Berlin - Zuletzt sind PCs in Deutschland jedes Jahr im Schnitt um acht bis zehn Prozent billiger geworden. Der Preisverfall für mobile Computer lag 2009 sogar bei zwölf Prozent, weil kleine Netbooks immer beliebter werden. Nun bereitet Stefan Engel, Deutschland-Chef des Computerherstellers Acer, die Kunden auf steigende Preise vor. Dies hänge von der Entwicklung des Dollars ab und von der Nachfrage nach einzelnen Bauteilen, sagte er der „Leipziger Volkszeitung“.

Die Hersteller müssen die einzelnen Komponenten der Computer in Dollar bezahlen. Und der Dollarkurs ist im Vergleich zum Euro kräftig gestiegen. „Die Komponenten machen etwa 80 Prozent des Gerätepreises aus“, erläutert Meike Escherich, Analystin beim US-Marktforschungsunternehmen Gartner. „Die Preise für die Komponenten werden steigen und damit die Kosten für die Hersteller.“ Escherich geht jedoch davon aus, dass die Hersteller diesen Preisanstieg nur zu einem Teil an die Verbraucher weitergeben können und ihn in der Hauptsache selbst schultern werden. „Wir rechnen eher mit einer Stabilisierung der Preise und nicht mit einem wirklichen Anstieg“, sagt die Gartner-Analystin. „Die Kunden werden sich weigern, mehr Geld zu bezahlen. Sie warten dann lieber einfach ab.“ Die Hersteller versuchten jedoch durch kleine Extras zusätzliche Kaufanreize zu schaffen, sagt Escherich. Bei solchen Komponenten könnte es dann durch die hohe Nachfrage einen zusätzlichen Preisauftrieb geben.

So berichtet etwa der Acer-Chef von anziehenden Preisen bei Blu-Ray-Laufwerken, Displays und Grafikkarten. Ob es tatsächlich zu Engpässen komme, hänge von der Entwicklung der Märkte in Asien ab. Noch sei keinesfalls ausgemacht, wie die Märkte sich entwickeln, sagt die Analystin. „Die Hälfte der taiwanesischen Hersteller rechnet mit einer geringeren Nachfrage, die andere Hälfte erwartet eine doppelte Nachfrage.“

Axel Pols, Chefvolkswirt des Hightech- Verbands Bitkom, beobachtet im Moment noch keinen Preisanstieg. „Deutschland ist einer der am stärksten umkämpften Märkte. Daher muss es hier nicht zu Preissteigerungen kommen, auch wenn dies anderswo der Fall ist.“ Doch Acer-Konkurrent HP erklärt, wie es auch anders geht: „Der Preis wird nicht steigen, aber es kann sein, dass es bei Ausstattung und Konfiguration der Produkte zu entsprechenden Anpassungen kommt.“

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