Computerbranche : IBM schwächelt in der Heimat

Der Computerriese IBM hat im ersten Quartal ein durchwachsenes Ergebnis vorgelegt. Während die Amerikaner in Europa und vor allem in Deutschland zulegen konnten, verlief das Geschäft auf dem amerikanischen Kontinent nur schleppend.

Armonk - Die unterschiedliche Entwicklung des Konzerns verunsicherte die Marktbeobachter, da sie IBM als Wachstumsindikator für die gesamte amerikanische Technologiebranche und die Investitionsbereitschaft der US-Unternehmen im Technologiebereich ansehen.

IBM erhöhte allerdings im ersten Quartal 2007 dank eines kräftigen Wachstums seiner Software-Sparte den Gewinn um acht Prozent. Die International Business Machines Corp. (IBM) steigerte den Quartalsumsatz gegenüber dem Januar-März-Abschnitt 2006 um sieben Prozent auf 22 Milliarden Dollar (16 Mrd. Euro). Klammert man allerdings Wechselkursveränderungen aus, erhöhte sich der IBM-Umsatz nur um vier Prozent.

Der IBM-Umsatz stieg in Nord- und Südamerika nur um ein Prozent auf 9,1 Milliarden Dollar. Dagegen legte das Unternehmen in der Region Europa/Naher Osten/Afrika kräftig um 13 Prozent auf 7,6 Milliarden Dollar zu. Unter Ausklammerung von Wechselkursveränderungen stieg der Umsatz in dieser Region um fünf Prozent. Im asiatisch-pazifischen Raum erhöhte sich der Umsatz um zehn Prozent auf 4,5 Milliarden Dollar. Im Geschäft mit anderen Herstellern setzte IBM 828 Millionen Dollar um oder fünf Prozent weniger als im ersten Quartal 2005. Dies hat die Gesellschaft mit Sitz in Armonk (US-Bundesstaat New York) nach Börsenschluss bekannt gegeben.

Der Quartalsgewinn erhöhte sich auf 1,8 (Vorjahr: 1,7) Milliarden Dollar. Der Gewinn je Aktie legte auf 1,21 (1,08) Dollar zu. Damit hatte IBM die Wall-Street-Erwartungen erfüllt. Die IBM-Aktien gaben nachbörslich leicht um 0,81 Prozent auf 96,33 Dollar nach.

Plus bei den Dienstleistungen

Konzernchef Samuel J. Palmisano hob die höheren Gewinnmargen hervor. Die Bruttogewinnmarge stieg auf 40,2 (39,1) Prozent. Das Unternehmen wolle seine Position in profitablen Wachstumsbereichen stärken, betonte Palmisano.

Der Umsatz der Dienstleistungssparte, des mit Abstand größten IBM-Geschäftsbereichs, stieg um acht Prozent auf 12,5 Milliarden Dollar. IBM verbuchte hier Neuaufträge von 11,1 Milliarden Dollar. Das entsprach einem Rückgang von zwei Prozent gegenüber dem entsprechenden Vorjahresabschnitt. Der Auftragsbestand der Sparte lag am Ende der Berichtszeit bei 115 Milliarden Dollar.

Server stagnieren, Software floriert

Der Umsatz der System- und Technologiesparte, die Großrechner, Server und Chips anbietet, stieg um nur zwei Prozent auf 4,5 Milliarden Dollar. Klammert man Wechselkursveränderungen aus, stagnierte der Umsatz dieses Geschäftsbereichs.

Dagegen erhöhte sich der Software-Umsatz kräftig um neun Prozent auf 4,3 Milliarden Dollar. IBM legte im Software-Bereich wechselkursbereinigt um fünf Prozent zu. Die Finanzsparte erhöhte den Umsatz um sechs Prozent auf 614 Millionen Dollar. IBM kaufte in der Berichtszeit eigene Aktien im Wert von 3,5 Milliarden Dollar zurück. (tso/dpa)

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