Computermesse : Starker Besucherschwund auf der Cebit

Bei der weltgrößten Computermesse Cebit hat es in diesem Jahr einen drastischen Besucherrückgang gegeben. Die Zahl sank im Vergleich zum Vorjahr um knapp 20 Prozent.

Cebit
Ein schwieriges Jahr - auch für die Cebit. -Foto: AFP

HannoverIn diesem Jahr seien 400.000 Besucher zur Cebit gekommen, teilte die Deutsche Messe AG in Hannover zum Abschluss der Messe mit. Veranstalter und Vertreter der Hightech-Industrie sprachen auch angesichts der Wirtschaftskrise dennoch von einem Erfolg. Die Cebit habe in einem schwierigen Jahr für "Aufbruchstimmung" gesorgt, sagte der Präsident des Branchenverbandes Bitkom, August-Wilhelm Scheer. "Viele der Unternehmen fahren mit vollen Auftragsbüchern nach Hause."

Die Zahl der Aussteller war angesichts der weltweiten Wirtschaftskrise und des Strukturwandels in der Branche um ein Viertel auf rund 4300 gesunken. Vor allem Firmen aus Asien hatten auf einen Cebit-Auftritt verzichtet. Die Ausstellungsfläche ging nach Angaben der Messe um ein Fünftel auf rund 200.000 Quadratmeter zurück. Große Konzerne wie die Elektronik-Riesen Toshiba und Samsung hatten in diesem Jahr keinen eigenen Stand auf der Cebit.

"Anteil der Fachbesucher gestiegen"

Messe-Vorstand Ernst Raue sprach von einer "sehr effizienten Messe". Die Cebit sei im wesentlichen eine "Businessmesse" vor allem für den Mittelstand gewesen. Der Anteil der Fachbesucher sei gestiegen. Die Messe sei entsprechend den Erwartungen verlaufen.

Bitkom-Präsident Scheer sagte, die Aussteller seien mit der Cebit hochzufrieden. "Wirtschaftskrise hin oder her - diese Messe war für die übergroße Mehrheit der Unternehmen ein voller Erfolg." Die große Mehrheit der Fachbesucher sei mit sehr konkreten Kauf- und Investitionsabsichten nach Hannover gekommen. "Gerade weil die Reisebudgets knapp sind, wurde der Messebesuch in vielen Firmen gut vorbereitet."

Die Hightech-Industrie sieht sich von der Wirtschaftskrise nicht so stark betroffen wie zum Beispiel die Automobilindustrie und der Maschinenbau. Laut Prognose kann der deutsche Markt für Informationstechnik, Telekommunikation und digitale Unterhaltungselektronik in diesem Jahr den Vorjahresumsatz von rund 145 Milliarden Euro voraussichtlich halten. Informations- und Kommunikationstechnik (ITK) könnten eine wichtige Rolle dabei spielen, die Krise zu bewältigen, hieß es. Mit ihrer Hilfe könnten Firmen Kosten senken und Geschäftsprozesse verbessern.

Besuch von Schwarzenegger

Zu den Schwerpunkten der Cebit zählten mobiles Internet, Sicherheit im Netz und umweltfreundlichere Informationstechnologie. Das Kongressprogramm wurde deutlich ausgebaut. Als "Volltreffer" bezeichnete Scheer den Auftritt des Partnerstaats Kalifornien. Der kalifornische Gouverneur Arnold Schwarzenegger, der zwei Tage lang in Hannover war, habe der Branche mit seinem Optimismus Mut gegeben.

Für 2010 hat die Deutsche Messe bereits angekündigt, die Cebit um einen Tag auf dann fünf Tage zu verkürzen. Die Messe wird dann nur noch bis Samstag geöffnet sein. Dadurch sollen die Kosten für die Aussteller weiter verringert werden. (feh/dpa)

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