Condor-Übernahme : Lufthansa lässt Air Berlin zappeln

Air-Berlin-Chef Joachim Hunold muss warten: Die Lufthansa stellt sich der Übernahme von Condor zwar nicht in den Weg und verzichtet auf ihr Vorkaufsrecht - verweigert aber den kompletten Kauf für 2009.

Air Berlin
Air-Berlin-Chef Hunold muss länger auf die Condor-Übernahme warten als geplant. -Foto: ddp

Frankfurt/MainDie Lufthansa stellt sich einer Übernahme des Ferienfliegers Condor durch Air Berlin nicht in den Weg. Der Konzern werde sein Vorkaufsrecht an Condor nicht ausüben, sagte eine Lufthansa-Sprecherin. Condor gehört zu 75,1 Prozent Thomas Cook und zu 24,9 Prozent der Deutschen Lufthansa. Air Berlin hatte die Übernahme vergangene Woche angekündigt. Danach will Deutschlands zweitgrößte Fluggesellschaft im Februar 2009 zunächst Thomas Cook den Condor-Anteil für mindestens eine halbe Milliarde Euro in Aktien und bar abkaufen und ein Jahr später die restlichen Anteile übernehmen.

Lufthansa-Chef Wolfgang Mayrhuber hatte sich bei der Bekanntgabe der Übernahmepläne das Vorkaufsrecht zunächst demonstrativ offen gelassen. Die Konzernsprecherin betonte, dass Thomas Cook der Lufthansa den Condor-Anteil von 24,9 Prozent zwar im Februar 2009 abkaufen könne, ihn aber vor Ablauf eines Jahres nicht weiterverkaufen dürfe. Air Berlin kann damit frühestens 2010 kompletter Eigner von Condor werden. Voraussetzung ist allerdings die Zustimmung der Kartellbehörden.

Air Berlin würde zusammen mit Condor nach eigenen Angaben zur Nummer fünf in Europa knapp hinter dem irischen Billigflieger Ryanair aufsteigen. Air-Berlin-Chef Joachim Hunold hat es vor allem auf das Langstreckennetz der Condor sowie deren Präsenz auf Deutschlands wichtigen Flughäfen Frankfurt am Main, München und Hamburg abgesehen. Condor und Air Berlin flogen im vergangenen Jahr 27,5 Millionen Gäste. Mit dem Branchen-Primus Lufthansa reisten mit 53,4 Millionen Passagieren fast doppelt so viele. (mit dpa)

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