Wirtschaft : Consors: Discount-Broker schreibt wegen Börsenflaute rote Zahlen

Der Nürnberger Discount-Broker Consors ist wegen der schwachen Börsenentwicklung im ersten Quartal 2001 in die roten Zahlen gerutscht. Consors habe in den ersten drei Monaten des laufenden Jahres einen Verlust nach Steuern von 15,6 Millionen Euro verbucht, nach einem Überschuss von 2,76 Millionen Euro im Vorjahresquartal, teilte das am Neuen Markt gelistete Unternehmen am Dienstag mit. Analysten hatten im Durchschnitt mit einem Quartalsverlust von 15,18 Millionen Euro gerechnet. Trotz der Ankündigung, die Kosten 2001 gegenüber den Planungen um rund 15 Prozent zu reduzieren, stiegen die operativen Aufwendungen im ersten Quartal um 20 Prozent auf 80,6 Millionen Euro. Die Zahl der Kunden erhöhte sich seit Ende 2000 um 14 000 auf 540 000.

"Das erste Quartal war erwartungsgemäß eher schwach für Consors", teilte der zweitgrößte deutsche Direktbroker mit. Vorstandschef Karl Matthäus Schmidt hatte bereits am Montag in einem Handelsblatt-Interview vor einem schwachen Start in das neue Jahr gewarnt, worauf der Aktienkurs um knapp neun Prozent eingebrochen war. Am Dienstag drehten die Aktien nach anfänglichen Kursverlusten ins Plus und notierten um mehr als zwei Prozent im Plus bei 27,60 Euro. "Wir waren vorgewarnt", sagte ein Händler. Deshalb halte sich die Enttäuschung über die Zahlen in Grenzen.

Consors machte die depressive Stimmung an den weltweiten Aktienmärkten für das schwache Quartal verantwortlich. "Wir durchleben derzeit die größte Finanzmarktkrise seit 1929", sagte Schmidt. Mit einem Programm zur Effizienzsteigerung will Consors der Entwicklung begegnen und im laufenden Jahr rund 30 Millionen Euro einsparen. Der Marketingaufwand halbierte sich im ersten Quartal knapp auf 11,1 Millionen Euro, was ebenfalls im Rahmen der Analysten-Erwartungen lag. Die operativen Erträge gingen den Angaben zufolge in den ersten drei Monaten 2001 um rund 20 Prozent auf 56,4 Millionen Euro zurück. Der Provisionsüberschuss fiel von 59,8 Millionen Euro im Vorjahresquartal auf 42,1 Millionen Euro. Mit 2,5 Millionen Transaktionen habe das Volumen nur 75 Prozent des Vorjahreszeitraums erreicht, hieß es in der Mitteilung.

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