Wirtschaft : Consors: Discountbroker spürt schlechte Börsenstimmung

Die schlechte Börsenstimmung hat auch im ersten Quartal diesen Jahres auf den Discountbroker Consors durchgeschlagen. In einer Ad-hoc-Meldung teilte das Unternehmen am Mittwoch mit, das Depot- und Einlagevolumen habe sich von Januar bis April des laufenden Jahres um 13 Prozent auf 8,1 Milliarden Euro (15,84 Milliarden Mark) reduziert. Die Zahl der ausgeführten Aufträge verringerte sich gegenüber dem vierten Quartal 2000 um 20 Prozent auf 2,3 Millionen. Zwar wurden bis zum 23. März 27 000 Neukunden gewonnen, zugleich schloss der Discountbroker aber 14 300 Depots. Dabei habe es sich vor allem um inaktive Depots gehandelt, "die in der Boomphase des ersten Quartals 2000 eröffnet wurden", teilte Consors in Nürnberg weiter mit. Mit einem Einsparprogramm, das gegenüber dem Budget 2001 Einsparungen von rund 15 Prozent bringen soll, will Consors auf die Entwicklung reagieren.

Das Gesamtjahr 2000 hat sich den Angaben zufolge jedoch "hervorragend" entwickelt. Mit 325 000 eröffneten Kundendepots habe die Gruppe das erfolgreichste Geschäftsjahr seit ihrem Bestehen verzeichnet. Die gesamten operativen Erträge stiegen im abgelaufenen Jahr um 167 Prozent auf 333,7 Millionen Euro. Das Ergebnis vor Steuern und Marketing kletterte um 123 Prozent auf 97,5 Millionen Euro. Der Jahresüberschuss im Konzern wird mit 17 Millionen Euro angegeben, das Ergebnis je Aktie mit 0,38 Euro. Das um die Goodwillabschreibung bereinigte Ergebnis je Aktie (Cash-EPS) in Höhe von 0,58 Euro habe sich im Vergleich zum Vorjahr um 93 Prozent erhöht. Die Aktionäre sollen erstmals eine Dividende von 0,18 Euro je Aktie erhalten.

Das Unternehmen leidet wie alle Discountbroker unter der seit Monaten anhaltenden Talfahrt an den Börsen. Analysten zufolge hat sich nach der Aktien-Euphorie Anfang 2000, bei der zum Teil blind gezeichnet wurde, vor allem bei den Privatanlegern Misstrauen eingeschlichen. Sie wollen nicht mehr vor allem billig zeichnen oder verkaufen, sondern beraten werden. Dies aber können die Discountbroker - zumindest derzeit - nicht leisten.

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