Wirtschaft : Consors kauft in Frankreich zu

FRANKFURT (MAIN) (rtr). Die auf den Wertpapierhandel per Telefon und Internet spezialisierte Consors AG will die Mehrheit an dem französischen Wettbewerber Axfin übernehmen. Weitere Beteiligungen in Europa noch in diesem Jahr seien nicht ausgeschlossen, sagte Consors-Chef Karl Matthäus Schmidt am Montag in Frankfurt. "Wir sondieren und sind in Gesprächen." Die Übernahme von 50 Prozent plus einer Aktie an der Axfin will die am Neuen Markt in Frankfurt börsennotierte Direktbank mit eigenen Aktien im Wert von rund 50 Mill. Euro bezahlen. Der Erwerb soll bereits in diesem Jahr zu zusätzlichen Gewinnen führen.

"Wir sind davon überzeugt, den besten und profiliertesten Online-Broker in Frankreich gewonnen zu haben", so Schmidt. Consors sei der erste Discount-Broker, dem es gelungen sei, sein Geschäft europäisch auszurichten. "Dabei haben wir ein lokales Management, das den Markt versteht", sagte Schmidt. Davon würden die Kunden der Consors profitieren. Weitere Zukäufe seien 1999 möglich, aber keine Pflicht. Namen möglicher Partner nannte Consors nicht.

Mittelfristig solle Axfin als Nummer drei in Frankreich etabliert werden, wo derzeit 14 Online-Broker am Markt sind. Hauptkonkurrenten seien die Töchter der französischen Großbanken Société Générale und Paribas. Axfin betreibt nach eigenen Angaben seit 1998 Online-Brokerage und ist seit April 1999 an der Pariser Börse notiert. Im ersten Quartal 1999 wies Axfin Einnahmen von 1,2 Mill. Euro aus, im gesamten Vorjahr waren es 1,8 Mill. Euro. Dabei habe das Unternehmen von Beginn an Gewinne erwirtschaftet.

Consors erwartet, daß das Online-Wertpapiergeschäft in Frankreich schnell wachse, mittelfristig werde mit sovielen Kunden wie in Deutschland gerechnet. Derzeit gebe es in Frankreich erst 60 000 Kunden, ein Zehntel der Kundenzahl in Deutschland. Dabei werde angenommen, daß sich der Markt in Deutschland jedes Jahr verdopple.

Die Axfin-Beteiligung werde 1999 das Ergebnis pro Aktie bei Consors um 0,7 Prozent und 2000 um 4,6 Prozent erhöhen, hieß es weiter. "Das ist eine vorsichtige Schätzung", sagte Schmidt. Die Axfin-Beteiligung solle durch die Ausgabe eigener Aktien finanziert werden. Dabei sollen für drei Aktien der Axfin zwei Consors-Aktien ausgegeben werden. Gemessen am Consors-Aktienkurs vom Freitag von 82,99 Euro entspreche dies einer Bewertung von 99,8 Mill. Euro für 100 Prozent der Axfin.

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