Wirtschaft : Constantin Film will ins Showgeschäft

Der neue Chef Fred Kogel bringt Erfahrungen aus der Unterhaltungsbranche mit / Verlust deutlich verringert

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Berlin (msh). Der ehemalige Sat1Geschäftsführer und Kirch-Manager Fred Kogel wird neuer Chef des Filmproduzenten und Rechtehändlers Constantin Film. Der 42-Jährige wird seinen Posten am 2. April antreten. Bereits am Freitag kündigte Kogel eine strategische Neuausrichtung des Unternehmens an. Sein Ziel sei es, mit Constantin in den Bereich Unterhaltung und Show-Produktion einzusteigen. „Hier möchte ich meine Erfahrungen einbringen“, sagte Kogel. Er baute zuvor den Produzenten von Show-Formaten Kirch Media Entertainment auf und war Unterhaltungschef beim ZDF.

Show- und Comedy-Sendungen für das Fernsehen wie „TV-Total“ oder „Was guckst du“ gehören zu den wenigen wachsenden TV-Formaten. Kerngeschäft von Constantin ist die Produktion von Kino- und Fernsehfilmen sowie deren Verleih. Die Branche leidet stark unter sinkenden Auftragszahlen der TV-Sender, die ihrerseits wegen der Werbeflaute geringere Einnahmen haben.

Trotzdem präsentierte Constantin am Freitag für das Jahr 2002 eine bessere Bilanz als im Jahr zuvor. Der Verlust verringerte sich von 10,1 Millionen auf 1,1 Millionen Euro und der Gewinn je Aktie lag bei minus 0,08 Euro (siehe Lexikon, Seite 18). Der Umsatz stieg um drei Prozent auf 131,2 Millionen Euro. Für die positive Entwicklung machte Constantin-Finanzvorstand Daniel Wiest vor allem die erfolgreichen Eigen- und Co-Produktionen verantwortlich. Der Kinofilm „Nirgendwo in Afrika“, eine Constantin Co-Produktion, gewann kürzlich den Oscar für den besten ausländischen Film . Auch die Verleihtitel „The Hours“ und „Chihiros Reise ins Zauberland“ erhielten die Auszeichnung. Die Constantin-Aktie stieg am Freitag um 8,9 Prozent auf 2,94 Euro.

Seine Position als größter unabhängiger Verleiher konnte Constantin 2002 verteidigen. Mit 12,7 Millionen Kinobesuchern liegt das Unternehmen in Deutschland auf dem sechsten Rang hinter den amerikanischen Filmstudios. Für das laufende Jahr rechnet Constantin mit keiner wesentlichen Besserung auf dem Kino- und Fernsehmarkt. Der Umsatz soll zwischen 120 und 135 Millionen Euro liegen und damit etwa das Niveau des Vorjahres erreichen.

Fred Kogel kehrt nach 18 Jahren zu dem Münchener Medienunternehmen zurück. Er hatte dort seine Karriere als Assistent der Geschäftsleitung begonnen. Nach einem Jahr „härtester Insolvenzabwicklung“ bei Kirch freue er sich, wieder kreativ tätig werden zu können, sagte Kogel am Freitag bei einer Telefonkonferenz. Seine Nachfolge als Vorsitzender des Aufsichtsrates übernimmt Produzent und Großaktionär Bernd Eichinger.

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