Containerverkehr : Hamburger Hafen wegen China und Russland mit Umschlagsrückgang

Hamburger Hafen mit deutlich weniger Containerverkehr. Schwacher China-Handel und Folgen der Russland-Krise deutlich spürbar.

Container im Hamburger Hafen auf dem Terminal Burchardkai.
Container im Hamburger Hafen auf dem Terminal Burchardkai.Foto: dpa

Der schwache China-Handel und die Folgen der Russland-Krise setzen dem Hamburger Hafen zu. Die Zahl der an den Kaimauern der Hansestadt bewegten Container sank in den ersten neun Monaten um 9,2 Prozent auf 6,7 Millionen Stück, wie der Verein Hafen Hamburg Marketing am Montag mitteilte. Während der Containerverkehr mit Russland um 36 Prozent schrumpfte, sank er mit China um knapp 15 Prozent. Im August und September sei der sonst beginnende Anstieg im Containerumschlag durch Zulieferungen aus China für das Weihnachtsgeschäft nahezu ausgeblieben. Hamburg ist eine wichtige Drehscheibe im Handel mit China.

Sieben Prozent weniger Containerumschlag

Für das Gesamtjahr rechnet die Marketingorganisation des Hafens nun damit, dass knapp unter neun Millionen 20-Fuß-Standardcontainer (TEU) nach Hamburg geliefert beziehungsweise von dort in alle Welt verschifft werden. Das wäre etwas weniger als zuletzt in Aussicht gestellt. Der Verein Hafen Hamburg Marketing hatte die Prognose nach einem Rückgang zur Jahresmitte bereits auf neun Millionen TEU zurückgeschraubt. Das wären gut sieben Prozent weniger als 2014, als an den Terminals von Logistikunternehmen wie der HHLA, Eurogate und Buss 9,7 Millionen Stahlboxen bewegt wurden. Im Februar hatten die Hafenmanager noch gehofft, die Rekordmarke von zehn Millionen Containern knacken zu können.

Umschlag von Massengütern legt zu

Der Rückgang in den ersten neun Monaten hatte bereits in der Bilanz von HHLA Spuren hinterlassen, auf den drei Viertel des Containergeschäfts in Hamburg entfallen. Dessen Umschlag an den Terminals in Hamburg und Odessa sank um fast zwölf Prozent auf fünf Millionen Stück. Während der Containerverkehr schwächelt, legte der Umschlag von Massengütern dank höherer Importe von Kohle und Erz kräftig zu. Insgesamt sank die über den Seeweg von und nach Hamburg transportierte Gütermenge um 4,8 Prozent auf 104,6 Millionen Tonnen. Für das Gesamtjahr rechnet Hafen Hamburg Marketing mit einem Seegüterumschlag von 138 Millionen Tonnen, fünf Prozent weniger. (dam, Reuters)

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