Wirtschaft : Conti kündigt neue Rekorde an

Gewinn und Umsatz des Autozulieferers sollen steigen/Stärkere Investitionen in Niedriglohnländern

Bernd Hops

Berlin/Hannover - Der Automobilzulieferer Continental war im vergangenen Jahr so erfolgreich wie noch nie in seiner Firmengeschichte. „Wir wollen unsere Rekordfahrt auch in diesem Jahr fortsetzen“, sagte Konzernchef Manfred Wennemer am Donnerstag in Hannover auf der Bilanzpressekonferenz. Sowohl der Umsatz als auch das operative Ergebnis sollen steigen. Darüber hinaus kündigte Wennemer „eine deutliche Erhöhung der Investitionen“ an, die in neue Technologien und den Ausbau der Werke in Niedriglohnländer fließen sollen. „Wir sind gerne bereit, Jobs zu schaffen in Deutschland“, sagte Wennemer. Doch schaue Conti „nüchtern“ auf die Rahmenbedingungen. „Wir haben noch einen Weg in Deutschland zu gehen.“

Im vergangenen Jahr steigerte Conti seinen Umsatz nach eigenen Angaben um 9,2 Prozent auf fast 12,6 Milliarden Euro. Das Ergebnis vor Steuern und Zinsen (Ebit) kletterte um gut 28 Prozent auf 1,1 Milliarden Euro. Nach Steuern blieben 673,8 Millionen Euro, 114,6 Prozent mehr als im Vorjahr. Deshalb will Conti seine Dividende auch kräftig erhöhen. Der Hauptversammlung sollen 0,8 Euro je Aktie vorgeschlagen werden – nach 0,52 Euro für das Geschäftsjahr 2003.

Fast alle Sparten hätten zu dem guten Ergebnis beigetragen, teilte das Unternehmen mit. Sehr gut lief das Geschäft mit Reifen. Alle Fabriken waren 2004 ausgelastet. Teilweise hätten Kundenwünsche nicht befriedigt werden können, sagte Konzernchef Wennemer. „Auf Grund der sich abzeichnenden Auftragsentwicklung gehen wir auch für 2005 von der Vollauslastung unserer Reifenwerke aus.“ Ein weiterer Produktionsausbau sei geplant. Ein möglicher Standort für ein neues Werk sei Litauen, sagte Wennemer. Daneben profitierte Conti vom Trend zur aufwändigeren Ausstattung von Autos mit Elektronik. Der Zuwachs etwa bei den verkauften Elektronischen Stabilitätsprogrammen (ESP) habe 2004 bei fast 40 Prozent gelegen, berichtete das Unternehmen. Und für dieses Jahr erwartet Konzernchef Wennemer eine weitere Steigerung der Nachfrage.

Die Eingliederung des im vergangenen Jahr übernommenen Technologieunternehmens Phoenix AG schreite voran, hieß es. Vor allem durch Phoenix stieg im vergangenen Jahr die Zahl der Conti-Beschäftigten um 11757 auf 80586. mit dpa

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