Wirtschaft : Conti läuft rund

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Von Daniel RheePiening

Die Rückkehr von Continental in den Dax sieht auf den ersten Blick aus wie eine Bestätigung für die Old Economy. Aber das Unternehmen von heute hat nur noch wenig mit der Hannoveraner Firma zu tun, deren Aktie vor sieben Jahren aus dem Dax ausscheiden musste. Aus dem biederen Reifenhersteller, stark abhängig von den Rohstoffpreisen und von den Konjunkturzyklen der Automobilindustrie, ist ein High-Tech-Unternehmen geworden. Continental versteht sich inzwischen als Partner der Automobilindustrie mit einem breiten Sortiment. Auch wenn Conti immer noch für Reifen steht – das Geld wird mit Elektronik verdient. Antiblockiersysteme und elektronische Stabilitätsprogramme, die Autos den Elchtest bestehen lassen, sind die Renner. Aber auch bei dem Ursprungsprodukt, den Reifen, hat sich viel getan. Inzwischen werden „kluge“ Reifen gebaut. Daneben ist es Conti gelungen, seine Finanzen weiter in Ordnung zu bringen. Der Vorstandsvorsitzende und gelernte Mathematiker Manfred Wennemer hat gezeigt, dass er rechnen kann. Seit zwei Jahren baut er Kosten und Schulden des Konzerns ab und hat damit auch Hochachtung bei den Banken gefunden. Die bescheinigen dem Vorstand, fast alles richtig gemacht zu haben, und verweisen nur noch auf die Ertragsschwäche des Unternehmens in den USA. Conti verspricht auch dies zu lösen und will im Übrigen den alten Werten treu bleiben: Weiter wachsen, Schulden reduzieren und ordentliche Ergebnisse erzielen. Nicht allein wegen seiner Marktkapitalisierung und den Umsätzen mit seinen Aktien, sondern vor allem wegen seiner Fortschritte und den Vorsätzen hat es Conti verdient, wieder in den Dax aufgenommen worden zu sein.

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