Wirtschaft : Conti will das Kapital erhöhen

FRANKFURT (MAIN) (stw/HB).Die Continental AG, Hannover, rechnet nach einer Rekordbilanz 1998 mit einer weiteren Ergebnisverbesserung.Im ersten Quartal, das erstmals in Euro abgerechnet wurde, sei das Ergebnis vor Steuern und Zinsen (Ebit) gegenüber dem Vorjahreszeitraum um neun Prozent auf 108 Mill.Euro - umgerechnet 212 Mill.DM - gestiegen, sagte Vorstandsvorsitzender Hubertus von Grünberg bei der Bilanzvorlage am Mittwoch in Frankfurt.Er betonte, daß der Gewinn ohne die Goodwill-Abschreibungen auf Continental Teves um 22 Mill.Euro besser ausgefallen wäre.

Der Konzernumsatz stieg - im wesentlichen durch den Kauf von Continental Teves - um 50 Prozent auf 2,1 Mrd.Euro.Im Gesamtjahr will von Grünberg knapp neun Mrd.Euro (17,5 Mrd.DM) erreichen, davon 2,3 Mrd.Euro im Bereich Automotive.Im vergangenen Jahr hat der Bereich Automotive noch 6,3 Mill.DM Verlust gemacht.Schuld daran seien vor allem hohe Kosten für die Neuentwicklung Isad, sagte Vorstandsmitglied Hans Albert Beller.Für diese Kombination aus Anlasser und Lichtmaschine sei mit einem großen deutschen Autohersteller eine Vorvereinbarung für die Serienproduktion getroffen worden.

Werkschließungen sind im Falle einer lahmenden Autokonjunktur zwar mittelfristig nicht ausgeschlossen.Doch offenbar will Continental den Aufwärtstrend der vergangenen Monate nutzen, um das Kapital zu erhöhen.Für den Teves-Kauf hat Conti 3,5 Mrd.DM an den ITT-Konzern gezahlt und per Kredit finanziert.Die Finanzschulden stiegen dadurch von 1,4 auf 4,4 Mrd.DM, die Eigenkapitalquote ist erheblich geschrumpft.Um die Schulden abzubauen, sollen noch in diesem Jahr elf Mill.Stückaktien ausgegeben werden, was einer Erhöhung des Grundkapitals um zehn Prozent entspricht.Zum Jahresanfang sei "die Börsensituation aber nicht so, daß man sich schrecklich beeilen müßte", sagte Howaldt.Bereits im Herbst hatte Conti die Pläne wegen schwacher Kurse zurückgestellt.Vom kommenden Jahr an wird der Konzern nach US-GAAP bilanzieren.Der damit mögliche US-Börsengang ist nach Howaldts Worten vorerst aber nicht geplant.

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