Wirtschaft : Continental: Schwache US-Konjunktur trifft Reifenhersteller

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Der Continental-Konzern bekommt die Autokrise in den USA massiv zu spüren. Die Reifensparte schrieb dort im ersten Halbjahr große Verluste. Im Automotive-Bereich mit dem Bremsenhersteller Teves hingegen wachsen die Gewinne. Der Umsatz steigt aber prozentual weit stärker. Damit hatten die Analysten gerechnet, nicht aber damit, dass Sanierungsaufwand das Ergebnis verhageln würde. Die Aktie gab bis zum Nachmittag um vier Prozent auf 15,20 Euro nach.

Der Konzernumsatz sei im ersten Halbjahr um zwölf Prozent auf 5,5 Milliarden Euro gestiegen, teilte die Continental AG, Hannover, am Dienstag mit. Besonders das Pkw-Reifengeschäft in Europa habe sich gut entwickelt. Der operative Konzerngewinn (Ebit) ging um 51 Millionen Euro auf 216 Millionen Euro zurück und entsprach damit den Erwartungen skeptischer Analysten. Vor wenigen Tagen hatte auch Konkurrent Goodyear einen Gewinneinbruch gemeldet, Michelin schraubte am Dienstag die Renditeziele herunter.

Continental musste im zweiten Quartal allerdings zusätzlich 58 Millionen Euro für die Schließung des Lkw-Reifenwerks im belgischen Herstal und das Ende der Runderneuerung in Bad Nauheim aufbringen. Die Folge ist ein miserables Gesamtergebnis im zweiten Quartal: Nach den einmaligen Aufwendungen und nach Steuern blieben dem Konzern gerade noch zwei Millionen Euro Gewinn. Im ersten Quartal waren es 42 Millionen Euro. Er sei überrascht, dass Conti für diesen Zweck offenbar keine Reserven gelegt habe, sagte Autoanalyst Erik Burgold von der BHF-Bank. Er fürchtet weiteren Restrukturierungsaufwand in den USA, wo die Aussichten "alles andere als rosig" seien. Continental hat einen Sanierungsplan für die nordamerikanische Tochter angekündigt, bisher aber keine Zahlen genannt. Die Probleme der Continental Tire North America haben sich im zweiten Quartal noch verschärft. Vor allem der Einbruch des Lkw-Marktes macht dem Konzern dort zu schaffen. Im ersten Halbjahr rutschte das Ebit bei konstantem Umsatz mit 53 Millionen Euro ins Minus. Das weltweite Nutzfahrzeuggeschäft machte wegen der Schließung in Herstal 37 Millionen Euro Verlust. Vorstandschef Stephan Kessel bleibt bei seiner Prognose von elf Milliarden Euro Umsatz im Gesamtjahr und einem höheren operativen Ergebnis. Der Sanierungsaufwand und wachsende Zinslasten dürften unterm Strich aber eine Verschlechterung bringen.

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